Ausgefuchst "Fix & Foxi" wird eingestellt

Sie sind die wohl bekanntesten deutschen Füchse neben dem ein oder anderen rotbefellten Werbeträger: Die Comic-Figuren "Fix & Foxi". Weil der herausgebende Verlag pleite ist, wird das einstige Erfolgsheft eingestellt - wieder einmal.


Hamburg - Etwas über 50 Jahre sind sie alt geworden - jetzt ist das Ende für "Fix & Foxi" gekommen: Der Traditionscomic wird eingestellt, weil der Herausgeber Tigerpress Insolvenz angemeldet hat. Der Hamburger Kleinverlag hatte das Monatsheft erst 2005 nach über zehnjähriger Pause wiederbelebt.

Ausgefuchst: Der Traditionscomic wird eingestellt
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Ausgefuchst: Der Traditionscomic wird eingestellt

Die Auflage des "Fix & Foxi"-Magazins habe sich innerhalb eines Jahres von rund 50.000 auf nur noch 18.000 Hefte verringert, sagte Geschäftsführer Jan Wickmann am Montag. Auch das Anzeigenaufkommen sei stark zurückgegangen.

Als Erklärung für die gesunkene Beliebtheit der beiden Zeichentrickfiguren führt Wickmann an, die Zielgruppe der Kinder werde kleiner und lese weniger, während gleichzeitig das Angebot an Unterhaltungsangeboten zunehme, vor allem durch Videospiele und das Internet.

Zu seinen Glanzzeiten in den sechziger und siebziger Jahren verkaufte "Fix & Foxi" jede Woche bis zu 400.000 Exemplare und lag damit zeitweise sogar vor dem ewigen Konkurrenten"Micky Maus".

Erfinder Rolf Kauka gab die ersten Geschichten um die Titelfiguren bereits 1953 unter dem Namen "Eulenspiegel" heraus. Neben Fix und Foxi war der Wolf Lupo der heimliche Star der Reihe, zahlreiche weitere Figuren folgten. Kauka, der auch "der deutsche Walt Disney" genannt wurde, ließ Comics wie am Fließband produzieren.

In den siebziger Jahren übernahm der Bauer Verlag unter der Führung seiner Tochtergesellschaft Pabel-Moewig "Fix & Foxi", und 1994 wurde das Heft erstmals eingestellt. Danach erschienen nur noch einzelne Ausgaben, bis Tigerpress im Jahr 2005 die Produktion wieder aufnahm. Im neuen Magazin wurden teils alte und überarbeitete Geschichten und teils neue Abenteuer veröffentlicht, doch an den Erfolg des Originals konnte die Neuauflage nie heranreichen.

Ob die Rechteinhaberin Alexandra Kauka, Witwe des verstorbenen Erfinders, einen neuen Verlag findet und die Rechte erneut vergibt, ist derzeit noch unklar.

can/dpa



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