Autor Hanns Kneifel gestorben: Perry Rhodans Multitalent

Er verfasste Hunderte Romane und Romanhefte, leitete eine Stadtzeitschrift und schrieb zum Schluss wieder Perry-Rhodan-Romane: Am Mittwoch ist der Autor Hanns Kneifel in München gestorben, ein Mann, der sich nicht auf ein Genre festlegen ließ.

Perry-Rhodan-Heft: Erfolgreichste Science-Fiction-Heft-Serie der Welt Zur Großansicht
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Perry-Rhodan-Heft: Erfolgreichste Science-Fiction-Heft-Serie der Welt

München - Einer der langjährigen Autoren der deutschen Science-Fiction-Serie "Perry Rhodan", Hanns Kneifel, ist tot. Er starb bereits am Mittwoch im Alter von 75 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit in München, wie seine Familie und die "Perry-Rhodan"-Redaktion mitteilten. An der seit 1961 ununterbrochen erscheinenden Heftroman-Reihe arbeitete Kneifel seit 1965 als einer von mehreren Autoren mit. "Perry Rhodan" gilt als erfolg- und umfangreichste Science-Fiction-Serie der Welt.

Bereits während seiner Konditorlehre schrieb der 1936 in Oberschlesien geborene Kneifel seine ersten Romane. Später absolvierte er erfolgreich ein Pädagogikstudium und arbeitete als Berufsschullehrer, bevor er sich schließlich ganz dem Schreiben von Romanen zuwandte. Neben etlichen Heften und Taschenbüchern der Perry-Rhodan-Serie lieferte er in den 60er- und 70er-Jahren auch Beiträge zu der im gleichen Verlag erschienen Serie Atlan, einem Ableger aus dem Perry-Rhodan-Universum. Quasi im Alleingang schrieb er später die ersten 41 Titel einer Romanserie, in der die Abenteuer der deutschen Science-Fiction-TV-Serie Raumpatrouille fortgeschrieben wurden.

In den achtziger Jahren wechselte Kneifel das Genre und führte als Chefredakteur die Stadtzeitschrift "Wir Münchener". Eine offenbar zwiespältige Erfahrung, nicht nur, weil die Zeitschrift kommerziell wenig erfolgreich war. "Wenigstens hatte man fast überall freien Eintritt, lernte nette (aber auch miese) Leute kennen, und ich weiß seitdem, wie man eine Zeitschrift macht", kommentierte Kneifel seine Zeit als Chefredakteur 2005 in einem Interview.

Hunderte Heftromane habe der Autor während seiner Schaffenszeit verfasst, darunter 95 Perry-Rhodan-Hefte, 130 Atlan-Hefte, und etliche Beiträge zu mehreren weiteren Heftroman-Serien geschrieben, heißt es im selben Interview. Überdies habe er allein 80 Perry-Rhodan-Romane in Buchform verfasst. In späteren Jahren verlegte er sich auf historische Romane mit Titeln wie "Der Engel der Apokalypse" und "Die Kreuzritter". Seit 2000 arbeitete er als Gastautor wieder an der Perry-Rhodan-Serie mit.

Eine Trauerfeier für den Schriftsteller ist laut einer Traueranzeige in der "Süddeutschen Zeitung" für kommenden Mittwoch auf dem Waldfriedhof in München geplant.

mak/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Rip
jaybee 11.03.2012
Zitat von sysopdapdEr verfasste Hunderte Romane und Romanhefte, leitete eine Stadtzeitschrift und schrieb zum Schluss wieder Perry-Rhodan-Romane: Am Mittwoch ist der Autor Hanns Kneifel in München gestorben, ein Mann, der sich nicht auf ein Genre festlegen ließ. http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,820625,00.html
"schwer" war eine seiner Lieblingsvokabeln, machmal hab ich allein daran einen Kneifel erkannt. Er hatte also einen erkennbaren Stil, mehr kann man als ein Kreativer nur selten erreichen. In jedem Fall weiß er jetzt mehr über das "Multiversum" als wir (noch) sterblichen Leser. RIP, j.
2. Ad Astra!
zerr-spiegel 12.03.2012
Hanns Kneifel hatte einen unverkennbaren Stil. Er schrieb nicht einfach "Wiese", er beschrieb jeden Grashalm einzeln. Das war aber nicht dröge oder langweilig, ganz im Gegenteil, das war interessant. Er brachte es fertig, eine halbe Seite lang einen wolkenlosen Himmel zu beschreiben, ohne dass man dabei einschlief. Faszinierend. Danke, Hanns Kneifel.
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