Nach Rowohlt-Trennung Barbara Laugwitz tritt neuen Job an

Der Rauswurf von Verlegerin Barbara Laugwitz brachte große Unruhe in den Rowohlt-Verlag. Nun hat man doch noch ein Einvernehmen gefunden. Und Laugwitz gibt ihren nächsten Arbeitgeber bekannt: Ullstein.

Barbara Laugwitz
Thorsten Wulff

Barbara Laugwitz


Der Streit um die Trennung des Rowohlt-Verlags von seiner bisherigen verlegerischen Geschäftsführerin Barbara Laugwitz, der die Buchbranche wochenlang in Atem hielt, ist offenbar beigelegt. Wie das Branchenmagazin "Buchreport" berichtet, teilten die Holtzbrinck Buchverlage, zu denen Rowohlt gehört, mit, beide Seiten hätten "den Disput einvernehmlich beigelegt". Nun geben die Ullstein Buchverlage bekannt, Laugwitz werde dort Verlagsdirektorin / Chief Publishing Officer (CPO).

Ende August hatte Rowohlt angekündigt, dass von 2019 an der Publizist Florian Illies die verlegerische Geschäftsführung übernehmen wird. Für die bisherige Verlegerin Barbara Laugwitz hatte der Geschäftsführer der Holtzbrinck Buchverlage, Joerg Pfuhl, nur dürre Abschiedsworte übrig. Zudem war von einer Kontaktsperre zur Öffentlichkeit und zu den Autorinnen und Autoren des Hauses die Rede.

Einige von ihnen reagierten darauf mit offenen Briefen, auch bei der Verleihung des Deutschen Buchpreises an die Rowohlt-Autorin Inger-Maria Mahlke war der Rauswurf von Laugwitz Thema: Mahlke dankte der scheidenden Verlegerin für ihre Arbeit und ihre Leidenschaft.

Versöhnliche Töne

In der gemeinsamen Erklärung bedauert Holtzbrinck-Manager Pfuhl nun, "dass der Eindruck entstanden ist, der Verlag habe ein Kontaktverbot verhängt. Das war nie beabsichtigt und widerspräche auch gänzlich unserem Verständnis vom Umgang mit Autoren und Mitarbeitern." Auch Barbara Laugwitz, die den Streit zuletzt vors Berliner Landgericht getragen hatte, gibt sich versöhnlich: "Es war mir wichtig, die lange Zusammenarbeit in der Verlagsgruppe nicht im Streit zu beenden", wird sie zitiert.

Ihre neue Position wird Barbara Laugwitz ab dem 1. März 2019 nach Berlin führen, wo die Ullstein Buchverlage ihren Sitz haben. Bei Ullstein war sie bereits vor ihrer Zeit bei Rowohlt tätig. Ullstein gehört dem schwedischen Medienunternehmen Bonnier, das in Deutschland noch weitere Verlagshäuser wie Piper oder Carlsen besitzt. Verlegerischer Geschäftsführer der Ullstein Buchverlage ist seit dem 1. Oktober 2017 Gunnar Cynybulk.

Cynybulk sagte in einer Ullstein-Pressemitteilung: "Dass Barbara Laugwitz zu Ullstein zurückkehrt, finde ich sensationell." Er sei überzeugt, dass "die Ullstein Buchverlage ihre positive Entwicklung mit Barbara Laugwitz noch mehr beschleunigen werden".

Barbara Laugwitz selbst wird mit den Worten zitiert, es sei ihr "eine große Freude, zusammen mit Gunnar Cynybulk und allen künftigen Ullstein-Kollegen in diesem traditionsreichen Berliner Verlag zu arbeiten und meinen programmatischen Beitrag zu seinen lang anhaltenden Erfolgen zu leisten."

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