Ende einer Ära Brockhaus-Lexika droht das Aus

Langsamer Abschied von einer Institution des Bildungsbürgertums: Der Medienkonzern Bertelsmann trennt sich von Brockhaus. Ob die Enzyklopädie fortgeführt wird, ist unklar - und die Epoche der gedruckten Nachschlagewerke womöglich bald vollends zu Ende.

Brockhaus auf der Buchmesse: Einstmals revolutionär
Wolfgang Steche / VISUM

Brockhaus auf der Buchmesse: Einstmals revolutionär


Hamburg/Gütersloh - Über Jahrzehnte stand die Bezeichnung Brockhaus für Lexika wie Tempo für Taschentücher oder Uhu für Klebstoff. In der gutbürgerlichen Bücherwand signalisierte eine Gesamtausgabe des Nachschlagewerks Wissen und Solidität. Jetzt droht dem Brockhaus das Aus. Der Medienkonzern Bertelsmann will das Geschäft mit Lexika aufgeben. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Zunächst soll der wichtige Direktvertrieb bis Mitte 2014 eingestellt werden. Die Online-Aktualisierungen sollen noch sechs Jahre fortgeführt werden. Der Vertrieb über den Buchhandel allein reiche aber nicht zum Überleben aus, hieß es. Die Marke Brockhaus gehört zum Wissenmedia Verlag. Ein Großteil der 300 Arbeitsplätze beim Verlag und dem Direktvertrieb fällt weg. Denkbar sei, eine Lizenz für die Marke Brockhaus zu vergeben, sagte ein Sprecher des Konzerns. Bertelsmann hatte Brockhaus erst 2008 übernommen.

Begründet wurde die Enzyklopädie im späten 18. Jahrhundert, Namenspatron war ab 1812 Friedrich Arnold Brockhaus - so steht es zumindest bei Wikipedia. Die Online-Enzyklopädie mag wissenschaftlich weniger gründlich abgesichert sein als das gedruckte Lexikon - sie steht aber ebenso für ihre Zeit wie die einstmals revolutionären, schwergewichtigen Nachschlagewerke in der Nachfolge der berühmten Encyclopédie des französischen Aufklärers Denis Diderot.

sha/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
maxis.papa 12.06.2013
1.
Gehe mit der Zeit - sonst gehst du mit der Zeit...
sonichmeinfreund 12.06.2013
2. Schade
Zitat von sysopWolfgang Steche / VISUMLangsamer Abschied von einer Institution des Bildungsbürgertums: Der Medienkonzern Bertelsmann trennt sich von Brockhaus. Ob die Enzyklopädie fortgeführt wird, ist unklar - und die Epoche der gedruckten Nachschlagewerke womöglich bald vollends zu Ende. http://www.spiegel.de/kultur/literatur/bertelsmann-gibt-brockhaus-auf-a-905187.html
Schade. Ich liebe es bei einer Freundin in diesen Büchern zu stöbern. Hätte auch gerne eine Enzyklöpädie gehabt, konnte sie mir bloß nie leisten.
tinohaendler60 12.06.2013
3. Schade
Zitat von sonichmeinfreundSchade. Ich liebe es bei einer Freundin in diesen Büchern zu stöbern. Hätte auch gerne eine Enzyklöpädie gehabt, konnte sie mir bloß nie leisten.
Nun noch können sie das Werk haben. Sie brauchen lediglich 36,- Euro im Monat und alles ist möglich. Wenn Ihr Text wirklich ernst gemeint war mailen Sie mir. tinohaendler60@gmx.de
fipps55 30.06.2013
4. Hochmut kommt vor dem Fall
Es ist schon übel wenn mann an das Thema denkt. Es geht wieder etwas verloren was Reinhard Mohn wichtig war. Etwas, was er selbst ins Leben rief. Erst der Buch Club dann der Direktvertrieb und vorallem Brockhaus. Er entwickelte die Bertelsmann Lexikothek weil Brockhaus nicht mitgehen wollte. Dann schaffte er es doch noch und jetzt geht das alles den Bach runter. Warum eigendlich? unmodern? nicht Zeitgemäß?oder einfach ungeliebt? mann muss sich schon fragen wer hat bei Bertelsmann eigendlich das letzte Wort? Ein Baum dessen Wurzeln nur in die breite gehen (und der seine Pfahlwurzeln nicht mehr hat) kommt irgend wann zu Fall. Arcandor lässt grüßen.
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