Buch-Bestseller 2018 Auf die Listen, fertig, los

Was lohnt sich zu lesen? Hier sind die Top 5 der meistverkauften Romane und der Sachbücher des Jahres. Darunter: viele Serientäter - und zwei rote Fäden.

Michelle Obama führt die Sachbuchliste an
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Michelle Obama führt die Sachbuchliste an

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Wir hängen fest zwischen Weltuntergang und Weltflucht. Das legt zumindest die Liste der meistverkauften Bücher nahe, die "Buchreport" in Kooperation mit dem SPIEGEL wöchentlich ermittelt. Und zwar bei den Romanen wie den Sachbüchern gleichermaßen.

Da ist Frank Schätzing, der die Weltauslöschung dank Supercomputer in "Die Tyrannei des Schmetterlings" prophezeit, da ist ein Garten voller Leichen in Neuhaus' "Muttertag" - oder wir landen gleich in der geschlossenen Psychiatrie (Fitzek, "Der Insasse).

Auch die Sachbuchliste: Bedrohungsszenarios zuhauf. Darunter der Islam ("Feindliche Übernahme", Sarrazin), Trump ("Feuer und Zorn", Wolff) und, oh weh!, der Zucker ("Der Ernährungskompass", Kast).

Das Gegengift liegt im überschaubar Dörflichen, das die Top Ten der Romane durchzieht: Es findet sich in Dörte Hansens "Mittagsstunde", in Mariana Lekys "Was man von hier aus sehen kann", in "Das Feld" von Robert Seethaler und in den nordenglischen Hochmooren von Charlotte Link in "Die Suche".

Gutmütig ließe sich sagen: Apokalypse und Sehnsucht nach Ordnung halten sich die Waage. Und schließlich überstrahlt Michelle Obamas kometenhaftes Mantra vom "Werden" auf Platz eins alle Katastrophenszenarien drumherum.

Steile These: Das wird auch in den kommenden Monaten so bleiben. Wer mehr braucht für die innere Balance, kann sich mit den mathematischen Regeln von Stephen Hawking (Platz zwei, "Kurze Antworten auf große Fragen") beruhigen. Denn beide Bücher wirken, als würde man in eine Papiertüte atmen: ein 1-a-Mittel gegen Hyperventilieren.

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Bücher: Bestseller und Lesetipps


insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
Samcro87 31.12.2018
1. Alles Mist?
Ist alles, was Mainstream ist, grundsätzlich doof? Haben sich alle Käufer nur von den guten Namen der Autoren in die Irre führen lassen? Oder gehört es sich in der Literaturkritik einfach, die ersten Plätze einfach schlecht zu finden? Es handelt sich hier um Bestseller. Nicht um hohe Literatur aus dem Deutsch Leistungskurs.
inge-p.1 31.12.2018
2. Aus Regenbogen wird Sachbuch
Wer das Buch von Frau Obama gelesen hat, wird sich fragen, was das Geschriebene als Sachbuch auszeichnet. Für mich war es eher etwas für die Regenbogen-Presse. Aber vielleicht machen die Ansichten in das Innenleben der Obamas es zu einem "Sachbuch". Für mich war es rausgeworfenes Geld.
inge-p.1 31.12.2018
3.
Die BILD-Zeitung für Leser, die lange Sätze lieben, tut sich schwer, mit der Frage, warum die Obama-Nabelschau als "Sachbuch" firmiert. Nach der Empörung über das erlogene Geschmiedet eines "Journalisten, jetzt die meinungsbildende Zensur? Kein Wunder, dass die Absatzzahlen und die Akzeptanz bei den Lesern sinkt. Das wird wohl 2019 eine Bankkrotterklärung des Spiegel geben.
rudolfsikorsky 01.01.2019
4.
Also die moderne Literatur habe ich aufgegeben weil schlichtweg unlesbar , ist mir auch die Zeit zu schade für sowas. Bei mir geht's jetzt im Frühjahr traditionell los mit Mythologie und Antike , Gilgamesch, Homer ,Vergil , das volle Programm. Dann vom Mittelalter . Eschenbach , von Aue ,Ritter der Tafelrunde u.s.w bis zu Dante , Milton und als herrlichen Abschluss im Frühsommer Cervantes. Dann den Sommer Über Reise und Entdecker und Abenteuer Literatur. Die Fahrt der Beagle Charles Darwin. Georg Forster und James Cook , Bougainville, Prescott die Eroberung Mexico's und Peru's , schrecklich und traurig zu lesen , und vor allem Humboldt . Wir haben doch Humboldt Jahr. Dann Jack London und Melville zum Herbstanfang. Mit denen geht es ins phantastische über. In der dunklen Jahreszeit dann hauptsächlich Science Fiction und Horror also Lem , die Strugatzkis , DDR und Sowjet SF bis zu Lovecraft , Poe , Arthur Machen . Und schon ist das Jahr ratz fatz rum und ich habe nicht mal die Hälfte geschaft von dem was ich alles lesen wollte , und für irgendwelche modernen armseligen Büchlein bleibt überhaupt keine Zeit , sowas passt auch gar nicht in meine Bibliothek , Schätzing neben Lem oder was ??? Geht gar nicht . Aber Humboldt muss auf jeden Fall sein , diese unfassbar schönen Reisebeschreibungen der Tropen Südamerikas sollte wirklich jeder mal lesen , am besten schon als Jugendlicher.
ulrich-lr. 01.01.2019
5. Literarische Kostbarkeit?
Zitat von inge-p.1Wer das Buch von Frau Obama gelesen hat, wird sich fragen, was das Geschriebene als Sachbuch auszeichnet. Für mich war es eher etwas für die Regenbogen-Presse. Aber vielleicht machen die Ansichten in das Innenleben der Obamas es zu einem "Sachbuch". Für mich war es rausgeworfenes Geld.
Habe ich das richtig verstanden: In Deutschland, in dem angeblich ein Volk der Dichter und Denker wohnt, ist "Becoming" der Bestseller? Habe sowohl die englische als auch die deutsche Version aus reiner Disziplin heraus durchgeschaut. Vielleicht bin ich wirklich zu doof, um darin eine literarische Perle im Trog der leichtverdaulichen Promi-Ergüsse zu erkennen:Für meinen Geschmack war das Buch auf dem Niveu von Artikeln in Gala, Bunte & Co. - nur eben viellänger. In den USA erkläre ich mir den Hype zwar auch nicht mit dem Lesegewinn, aber immerhin mit dem Protest bestimmter Kreis gegen Trump erklären. Aber in Deutschland?
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