Bestseller "Der Schwarm" Staatsanwaltschaft entkräftet Plagiatsvorwurf

Frank Schätzings Wissenschafts-Thriller "Der Schwarm" beschäftigte Millionen Leser - und die Staatsanwaltschaft. Der Bestseller stand unter Plagiatsverdacht. Jetzt ist es amtlich: Der Vorwurf ist nicht zu halten.


Köln - Wellen der Empörung schlugen über Frank Schätzing im Frühjahr zusammen. Der Bestseller-Autor sah sich mit dem Vorwurf konfrontiert, Passagen seines Ökothrillers "Der Schwarm" wortwörtlich abgeschrieben zu haben. Der Hamburger Wissenschaftsjournalist und Meeresbiologe Thomas Orthmann hatte nach der Lektüre des Romans behauptet, der Autor habe um seinen Romanhelden Leon Anawak Hintergrundthemen arrangiert, die Orthmann bereits auf seiner Homepage veröffentlicht hatte. Heute gab der Kölner Oberstaatsanwalt Günther Feld bekannt, dass die Ermittlungen gegen Schätzing eingestellt wurden.

Schätzing-Bestseller: Originell und originär

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"Wir konnten keinen Hinweis auf strafrechtlich relevantes Fehlverhalten finden", sagte Feld. Sollte der Plagiatsvorwurf mit der Verfahrenseinstellung nicht geklärt sein, bleibe der zivilrechtliche Klageweg offen.

Der Kölner Autor und sein Verlag Kiepenheuer & Witsch hatten den Vorwurf strikt zurückgewiesen. Für seinen 2004 erschienenen Bestseller, in dem Organismen auf dem Meeresboden gewaltige Wellen auslösen und Katastrophen herbeiführen, hatte sich Schätzing intensiv in Forschungszentren über die Unterwasserwelt informiert.

Nach eigenen Angaben hatte sich der Schriftsteller zudem mit Dutzenden von Wissenschaftlern beraten, Interviews geführt und Veröffentlichungen sondiert. Dass er viele unterschiedliche Quellen, so auch das Internet, für die Recherche genutzt hatte, hat Schätzing im Nachwort erwähnt.

Der rund 1000 Seiten starke Roman stand monatelang auf den Bestsellerlisten. Derzeit arbeitet Schätzing an seiner ersten wissenschaftlichen Publikation - ein Sachbuch über die Geschichte der Meere.



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