Literaturnobelpreis Bob Dylan tritt in Stockholm auf - und holt sich 'ne Medaille ab

Lange hat er sich geziert - nun hat Bob Dylan doch noch den Literaturnobelpreis entgegengenommen. Am Samstag überreichte die Jury dem Musiker die Auszeichnung in Stockholm, wo Dylan am Abend ein Konzert gab.

Bob Dylan (Archivbild)
REUTERS

Bob Dylan (Archivbild)


Zwei Konzerte waren im Rahmen seiner "Never Ending Tour" in der schwedischen Hauptstadt Stockholm für dieses Wochenende angesetzt - wie praktisch, mag sich Bob Dylan da gedacht haben: Dort habe ich ja noch etwas zu erledigen. Und so traf sich der Musiker, der im vergangenen Oktober als erster Songschreiber überhaupt den Literaturnobelpreis zuerkannt bekommen hatte, an diesem Samstagnachmittag mit fünfmonatiger Verspätung mit der Nobeljury, um die Auszeichnung entgegenzunehmen.

Bei einem Treffen mit Vertretern der Schwedischen Akademie, das ein Mitglied dem Fernsehsender SVT bestätigte und das auf Wunsch des Altmeisters unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, nahm der US-Amerikaner die Medaille in Empfang. Die Übergabe habe in kleinem und intimem Rahmen stattgefunden, "keine Medien werden anwesend sein", hatte Akademie-Chefin Sara Danius in ihrem Blog angekündigt. "Nur Bob Dylan und Mitglieder der Akademie werden sie besuchen, wie es Dylan wünscht."

Der 75-Jährige war "für seine poetischen Neuschöpfungen in der großen amerikanischen Songtradition" geehrt worden. Zur Nobelpreisfeier im vergangenen Dezember hatte es Dylan nicht geschafft, er sagte wegen "anderweitiger Verpflichtungen" ab - was für Unmut in dem Gremium gesorgt hatte.

Beim Konzert am Abend: kein Wort zum Preis

Um das Preisgeld in Höhe von acht Millionen schwedischen Kronen (rund 838.000 Euro) behalten zu dürfen, muss der Songschreiber innerhalb eines halben Jahres nach der Feier die traditionelle Nobelvorlesung halten, die er aber auch als Video einreichen kann. Bis zum 10. Juni bleibt Dylan dazu noch Zeit. Sara Danius ist optimistisch: "Die Akademie hat Grund zu der Annahme, dass eine aufgenommene Version zu einem späteren Zeitpunkt gesendet werden wird."

So viel zur Pflicht - am Samstagabend ließ Dylan dann die Kür folgen. Bei dem knapp zweistündigen Auftritt in einem Stockholmer Kongresszentrum präsentierte sich der Folkveteran, schwarzer Anzug, weißer Hut, in Höchstform. Über seinen Preis oder das klandestine Treffen am Nachmittag verlor er nicht ein Wort.

Nach seinem Besuch in Stockholm setzt Dylan seine Tour mit Auftritten in Oslo, Kopenhagen und Lund fort. Danach ist er für drei Konzerte in Deutschland zu Gast und steht in Hamburg, Lingen und Düsseldorf auf der Bühne.

mkl/dpa

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insgesamt 34 Beiträge
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Seite 1
hr.schnackermüller 01.04.2017
1. Ach was.....
An wen hat der gute Mann denn das Geld verschenkt oder gespendet? Ist da etwas bekannt? Behalten wird er es ja wohl nicht. ´ne Gitarre hat er doch schon. Gähn.
LapOfGods 01.04.2017
2.
Diven kommen nicht zwangsläufig aus Hollywood und sind nicht notwendigerweise weiblich.
ronald.soll 01.04.2017
3. Dylanlike...
Why simple, when it gets complicated. Congrats Bob. I have to smile. :)
vulcan 01.04.2017
4.
Zitat von hr.schnackermüllerAn wen hat der gute Mann denn das Geld verschenkt oder gespendet? Ist da etwas bekannt? Behalten wird er es ja wohl nicht. ´ne Gitarre hat er doch schon. Gähn.
Wieso gehen Sie davon aus, dass er es verschenkt oder spendet? Würden Sie das?
boxofrain 01.04.2017
5. Bei der Arroganz,
die Mr. Dylan an den Tag gelegt hat, hätte man ihm den Preis verweigern sollen! Und dann noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Würde gern' wissen, wie Bob Dylan sich überhaupt vorkommt. Ich finde, mit seinem Album Desire kam er noch authentisch 'rüber, klagte Rassendiskriminierung an und sang schöne Balladen, so ungefähr danach verirrte er sich auf seinem "Egotrip". Viele Grüße
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