Literaturnobelpreis Bob Dylan hat seine Vorlesung (mit Klaviermusik) abgeliefert

Noch fristgerecht hat Bob Dylan seine Nobel-Vorlesung eingereicht. Damit sind alle Bedingungen für den Literaturnobelpreis 2016 erfüllt. In der Lesung spricht er über Songs und Literatur, die ihn beeinflusst haben.

Bob Dylan (Archivbild)
REUTERS

Bob Dylan (Archivbild)


Bob Dylan hat seine Pflichten als Literaturnobelpreisträger erfüllt. Die Schwedische Akademie hat eine Aufnahme seiner Nobel-Vorlesung erhalten, wie ihre Sprecherin Sara Danius in einem Blogbeitrag am Montag mitteilte. Die Rede sei "außergewöhnlich und, wie man erwarten könnte, eloquent", so Danius: "Das Dylan-Abenteuer nähert sich dem Ende."

Dylan hat die Rede am 4. Juni in Los Angeles aufgenommen, er spricht sie bei leiser Klavierbegleitung. Eine Abschrift istauf der Website der Schwedischen Akademie zugänglich.

In seiner Rede denkt Bob Dylan darüber nach, wie seine Songs mit der Literatur verbunden seien. Er werde die Verbindung "auf indirektem Wege" artikulieren, aber "hoffentlich wird, was ich sage, lohnend und zweckmäßig sein". Er erinnert sich daran, wie er die Musik von Buddy Holly und Leadbelly kennenlernte, reflektiert aber auch über drei literarische Werke: Melvilles "Moby Dick", Remarques "Im Westen nichts Neues" und Homers "Odyssee".

Zum Abschluss betont Dylan, wenn ein Song den Hörer bewege, komme es nicht darauf an, was alles bedeutet. Aber man wolle, "dass die Songs gut klingen". Songs seien nicht wie Literatur, denn "sie wollen gesungen, nicht gelesen werden." Hören Sie die komplette Lesung hier:

Im April hatte Dylan bei Konzerten im Rahmen seiner "Never Ending Tour" in Stockholm unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Nobelpreis-Medaille in Empfang genommen. Der 75-Jährige war "für seine poetischen Neuschöpfungen in der großen amerikanischen Songtradition" als erster Songwriter überhaupt mit dem Literaturnobelpreis geehrt worden. Zur Nobelpreisfeier im vergangenen Dezember hatte es Dylan nicht geschafft, er sagte wegen "anderweitiger Verpflichtungen" ab - was für Unmut in dem Gremium gesorgt hatte.

Um das Preisgeld in Höhe von acht Millionen schwedischen Kronen (rund 838.000 Euro) behalten zu dürfen, war der Songschreiber verpflichtet, innerhalb eines halben Jahres nach der Feier die traditionelle Nobelvorlesung halten. Dass diese dem Publikum in aufgenommener Form zugänglich gemacht wird, ist zulässig. Am 10. Juni wäre die Frist abgelaufen.

feb/AP



insgesamt 30 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ambulans 05.06.2017
1. nee,
bob - lass es einfach sein. du bist nun mal kein schriftsteller, literat oder lyriker - sondern ein gebrauchsschreiber, der lediglich songtexte verfasst. du warst schon auf vielen parties dabei, über deine sanges-, gitarren- und mundharmonika-fähigkeiten muss man nun nicht allzu viele worte verlieren. meinetwegen vergleiche mit melville (die armen wale ...), remarque (amis mögen eben kriege, nicht wahr?) - aber, top of the pops, >homers "odyssee" - das geht jetzt aber wirklich sowas von zu weit, mein bester ... und, übrigens, genuscheltes an ziellosem klaviergeplänkel schmeckt nicht jedem, wenn ichs mal sagen darf ... brr, dr. ambulans (alle kassen)
nothingbuttruth 05.06.2017
2. Geht nur ums Geld,
...mag ja sein das Bobylan sich seinerzeit um die Musik verdient gemacht hat, die Wahrheit sieht allerdings ganz anders aus. Auch Dylan oder besser insbesonders er hat seine Karriere der dunklen Seite der Macht zu verdanken. Wer Gelegenheit hatte sein Interview im U.S.- Fernsehen bei "60 Minutes" zu sehen, konnte sich selbst ein Bild davon machen das Dylan offensichtlich okkulter ist als die meisten unter uns...den Rest kann nan sich ja zurechtdenken wie man will. Am Ende geht es nur Geld, Geiz und Gier.
Referendumm 05.06.2017
3. Schade
Zitat von ambulansbob - lass es einfach sein. du bist nun mal kein schriftsteller, literat oder lyriker - sondern ein gebrauchsschreiber, der lediglich songtexte verfasst. du warst schon auf vielen parties dabei, über deine sanges-, gitarren- und mundharmonika-fähigkeiten muss man nun nicht allzu viele worte verlieren. meinetwegen vergleiche mit melville (die armen wale ...), remarque (amis mögen eben kriege, nicht wahr?) - aber, top of the pops, >homers "odyssee" - das geht jetzt aber wirklich sowas von zu weit, mein bester ... und, übrigens, genuscheltes an ziellosem klaviergeplänkel schmeckt nicht jedem, wenn ichs mal sagen darf ... brr, dr. ambulans (alle kassen)
Schade, ich hatte bis zuletzt gehofft, dass B.D. den Preis komplett ablehnen würde. Aber es gibt wohl nur einen Perelman: Perelman erhielt für den Beweis 2006 die Fields-Medaille, was allgemein viel mehr gilt als nur die offizielle Anerkennung des Beweises: Die Medaille kommt in der Mathematik in der Bewertung einem Nobelpreis gleich. Perelman lehnte die Medaille ab, wie bereits den EMS-Preis. Er war damit der erste Preisträger der höchsten Mathematikauszeichnung, der den Empfang ablehnte. Bereits im Jahr 2000 hatte das Clay Mathematics Institute die Poincaré-Vermutung unter die sieben bedeutendsten ungelösten mathematischen Probleme gezählt und für die Lösung (unter der Bedingung ihrer Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift) einen * Preis von einer Million US-Dollar * ausgelobt. Perelman, der seine Arbeit im Internet publizierte, zeigte bisher weder Interesse daran, seinen Beweis in einer Fachzeitschrift zu veröffentlichen, noch daran, den Preis für sich zu beanspruchen. Das Clay-Institut in Cambridge, Massachusetts, USA, das auch die Überprüfung des Beweises durch Tiang und Morgan sowie ein weiteres Team finanzierte, *sprach Perelman trotzdem nach eingehenden Prüfungen am 18. März 2010 das Preisgeld für die erste Lösung eines der sieben Millenniums-Probleme zu. Dieser lehnte die Auszeichnung jedoch erneut ab.*
Das Pferd 05.06.2017
4.
Zitat von nothingbuttruth...mag ja sein das Bobylan sich seinerzeit um die Musik verdient gemacht hat, die Wahrheit sieht allerdings ganz anders aus. Auch Dylan oder besser insbesonders er hat seine Karriere der dunklen Seite der Macht zu verdanken. Wer Gelegenheit hatte sein Interview im U.S.- Fernsehen bei "60 Minutes" zu sehen, konnte sich selbst ein Bild davon machen das Dylan offensichtlich okkulter ist als die meisten unter uns...den Rest kann nan sich ja zurechtdenken wie man will. Am Ende geht es nur Geld, Geiz und Gier.
dunkle Seite der Macht? Und Sie sind die selbst ernannte gute? Also eins kann man Ihm wirklich nicht vorwerfen: er hat immer klar gesagt, daß er nicht der Grüßaugust einer Nation oder Bewegung ist. Kleiner Tip: der Literaturnobelpreis wird nicht für korrekte Gesinnung oder regelmäßige Ostermarschteilnahme verliehen. Nobel war übrigens schwerreicher Industrieller. Das ist keine Rosa-Luxemburg-Medaille.
klogschieter 05.06.2017
5. An den Herren oder meinetwegen auch die Dame zwei.
Der Mann ist ein Künstler. Der hat jede Menge Schwachsinn auf dem Kerbholz, wirklich jede Menge, aber auch Großtaten. Großtaten, von denen wir froh sein können, wenn wir sie wenigstens anhören dürfen, zu denen aber weder ich noch Sie noch jemals selbst in der Lage sein werden. Niemals, auf gar keinen Fall, unter keinen Umständen. Und Sie freuen sich noch nicht einmal darüber, dass Dylan sie in die Welt gesetzt hat, diese Großtaten. Weil es bei Ihnen noch nichtmal dazu reicht, sie zu begreifen und schön zu finden. Das ist Ihr Versagen, nicht Dylans. Lassen Sie es, der ist uns allen über. Und er hat selbst formuliert, warum seine Kunst keine Literatur ist. Lesen Sie, was er gesagt hat, bevor Sie Ihrer Engstirnigkeit die Zügel schießen lassen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.