Literaturauszeichnung Koreanerin Han Kang gewinnt Booker-Preis

Der renommierte Man Booker International Prize geht an die südkoreanische Autorin Han Kang. Ihr Roman "The Vegetarian" überrascht laut Jury "durch die Tiefe seiner Fremdartigkeit".

Autorin Han Kang
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Autorin Han Kang


Die Koreanerin Han Kang hat in diesem Jahr den internationalen Booker-Literaturpreis gewonnen. Die Jury zeichnete damit ihren Roman "The Vegetarian" aus. Das Preisgeld von 50.000 Pfund, umgerechnet rund 63.500 Euro, gehen je zur Hälfte an die Autorin und an ihre britische Übersetzerin Deborah Smith, wie es in der Mitteilung der Veranstalter heißt.

Der Man Booker Prize ist einer der wichtigsten Literaturpreise Großbritanniens, er wurde erstmals im Jahr 1969 vergeben. Seit 2005 gibt es eine zweite Kategorie, den Man Booker International Prize. Damit werden alle zwei Jahre ausländische Werke ausgezeichnet, die ins Englische übersetzt wurden.

In der Vergangenheit bekamen unter anderem Ismail Kadaré (2005), Alice Munro (2009), Philip Roth (2011) und László Krasznahorkai (2015) den Preis für ihr Gesamtschaffen. In diesem Jahr wurde er erstmals auf Basis eines einzelnen Werkes vergeben. Auf der Shortlist standen neben Siegerin Han auch der Österreicher Robert Seethaler und der türkische Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk.

Die Koreanerin Han kam 1970 in der südkoreanischen Stadt Gwangju auf die Welt, im Alter von zehn Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Seoul. Dort unterrichtet sie derzeit kreatives Schreiben. In ihrem Heimatland wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet. "The Vegetarian" ist ihr erster Roman, der ins Englische übersetzt wurde.

Erzählt wird die Geschichte der Koreanerin Yeong-hye, die ihrem eintönigen Leben zu entfliehen versucht und dadurch Konflikte mit ihrer Familie heraufbeschwört. Die Jury lobte den "bewegenden und suggestive" Roman, der "durch die Tiefe seiner Fremdartigkeit überrascht".

aar/dpa

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Amir F 19.05.2016
1. Die deutsche Ausgabe
Die deutsche Ausgabe wird am 15. August von Aufbau Verlag publiziert, dann darf man sich darauf freuen. Bis dahin kann man sich die Vorstellungen aus Vorbeschreibungen gewinnen. Es gehe um eine Frau, die beschlossen hat, Vegetarierin zu werden, eine Entscheidung, die nicht nur ihre Gesundheit sondern auch die Nerven oder vielleicht Erwartungen ganzer Familie betrifft. Zu vermuten wäre, dass diese Geschichte auch noch verfilmt werden kann.
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