Brasilianischer Schriftsteller João Ubaldo Ribeiro gestorben

Er galt als sinnlicher Erzähler: Jetzt ist der brasilianische Schriftsteller João Ubaldo Ribeiro in Rio de Janeiro gestorben. In seinen Werken befasste er sich mit den Mythen seines Landes ebenso wie mit dessen sozialer Realität.

Schriftsteller João Ubaldo Ribeiro: Soziale Konflikte und mythische Traditionen
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Schriftsteller João Ubaldo Ribeiro: Soziale Konflikte und mythische Traditionen


Rio de Janeiro - Im Alter von 73 Jahren ist der brasilianische Schriftsteller João Ubaldo Ribeiro in seinem Haus in Rio gestorben. Das teilte die Brasilianische Akademie der Literatur (ABL) am Freitag mit, der Ribeiro seit 1993 angehörte.

Vor allem sein 1983 erschienener Roman "Brasilien Brasilien" verschaffte dem 1941 auf der Insel Itaparica im Bundesstaat Bahía geborenen Autor internationale Bekanntheit. Kritiker bescheinigtem Ribeiros Werk sprachliche Kraft und vitale Sinnlichkeit. Die Bühne für seine Romane war der brasilianische Nordosten um Salvador da Bahia mit seinen sozialen Konflikten und mythischen Traditionen.

Weitere Werke Ribeiros sind das 1971 erschienene Frühwerk "Sargento Getulio" sowie "Das Lächeln der Eidechse" und "Das Wunder der Pfaueninsel" - doch auch wenn renommierte Verlage wie Suhrkamp, Beck oder Hanser den Autor im Programm hatten, Ribeiro zudem Anfang der Neunzigerjahre als Kolumnist für die "Frankfurter Rundschau" schrieb, konnte er sich bei der deutschsprachigen Leserschaft nie wirklich durchsetzen.

Anders in seiner Heimat: Mit dem Prêmio Jabuti und dem Prémio Camões erhielt er sowohl den wichtigsten Literaturpreis Brasiliens als auch die bedeutendste Literaturauszeichnung des portugiesischen Sprachraums.

sha/dpa

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