Britischer Literaturpreis Julian Barnes gewinnt Booker Prize

Der ewige Favorit bekommt den Booker Prize: Die populärste Literaturauszeichnung Großbritanniens geht an Julian Barnes. Bereits zum vierten Mal war Barnes nominiert, jetzt konnte der 68-Jährige mit seinem Roman "The Sense of an Ending" die Jury überzeugen.

Booker-Preis-Gewinner Julian Barnes: Doch keine finsteren Mächte am Werk
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Booker-Preis-Gewinner Julian Barnes: Doch keine finsteren Mächte am Werk


London/Berlin - Manchmal wollte er gar nicht mehr daran glauben, dass es doch noch irgendwann mal etwas werden würde mit ihm und dem Preis: "In gelegentlichen Momenten leichter Paranoia", offenbarte der britische Autor Julian Barnes, habe er gedacht, dass sich finstere Mächte gegen ihn verschworen hätten. Dreimal war Barnes schon für den populären britischen Booker-Preis nominiert gewesen. Beim vierten Mal hat es endlich geklappt: Für seinen Roman "The Sense of an Ending" wurde Barnes am Dienstag in London ausgezeichnet.

Die Jury-Vorsitzende Stella Rimington lobte Barnes' Buch über einen etwa 60-jährigen Mann, der durch einen Brief mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird, als "fast archetypisches Buch unserer Zeit". Die 150 Seiten starke Novelle spreche "zur Menschheit des 21. Jahrhunderts", untersuche die Unzuverlässigkeit von Erinnerungen und zeige auf, wie wenig wir über uns selbst wissen.

Barnes, einer der beliebtesten Autoren Großbritanniens, war schon 1984 mit "Flaubert's Parrot", 1998 mit "England, England" und 2005 mit "Arthur and George" in der engeren Auswahl für den Booker-Preis gewesen. Diesmal ahnten offenbar viele seine Auszeichnung voraus: Bei den britischen Buchmachern galt Barnes längst als Favorit.

Der Booker-Prize wird einmal im Jahr an einen englischsprachigen Schriftsteller aus den Commonwealth-Ländern, Irland oder Simbabwe vergeben und gilt als einer der renommiertesten Auszeichnungen für englischsprachige Literatur. 2010 war der Preis an Howard Jacobson ("The Finkler Question") gegangen.

Die diesjährige Auswahl der Shortlist war nicht unumstritten: Nachdem die Jury-Vorsitzende geäußert hatte, man habe die Favoriten nach "Lesbarkeit" ausgewählt, wurde dem Gremium von Kritikern vorgeworfen, den Preis zu "verdummen".

In seiner Dankesrede bedankte sich Barnes für "die Weisheit meines Verlegers. Und den Sponsoren für den Scheck". Der Booker-Preis ist mit 50.000 Pfund (etwa 57.500 Euro) Preisgeld dotiert.

kuz/AP



insgesamt 2 Beiträge
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guthuhn 19.10.2011
1. Eine gute Wahl
Eine Novelle, in sich geschlossen, bis zur letzten Seite spannend, gewinnt den Booker Prize. Es war an der Zeit, dass der booker Prize dem genialen britischen Autor Julian Barnes zugestanden wurde. Wie schon den Deutschen Buchpreis sahen Die Seitenspinner auch diesen Gewinner voraus. http://seitenspinner.wordpress.com/2011/09/22/shortlist-booker-prize/
sverris 19.10.2011
2. ery
Zitat von sysopDer ewige Favorit*bekommt den*Booker Prize: Die populärste Literaturauszeichnung*Großbritanniens geht an*Julian Barnes. Bereits zum vierten Mal war Barnes nominiert, jetzt konnte der 68-Jährige mit seinem Roman "The Sense of an Ending" die Jury überzeugen. http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,792633,00.html
In der Tat, wie einige Kritiker anmerkten: Barnes: Leicht zu lesen, leicht zu vergessen.
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