Beschluss des Bundestags Blinde und Sehbehinderte sollen besseren Zugang zu Literatur bekommen

In Deutschland sind Schätzungen zufolge nur fünf Prozent der veröffentlichten Literatur für Blinde und Sehbehinderte zugänglich. Das soll sich nun mit einem Beschluss des Bundestages zum Urheberrecht ändern.

Roman in Brailleschrift
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Roman in Brailleschrift


Blinde und sehbehinderte Menschen in Deutschland sollen einen besseren Zugang zu Literatur erhalten. Deshalb wird Betroffenen sowie Blindenbibliotheken jetzt das Recht eingeräumt, ohne Zustimmung des Urhebers barrierefreie Kopien literarischer Werke herzustellen - also Hörbücher oder Bücher in Blindenschrift. Eine entsprechende Änderung des Urhebergesetzes hat der Bundestag am späten Donnerstagabend verabschiedet.

Das Parlament setzt damit den Vertrag von Marrakesch aus dem Jahr 2013 um. Dieser regelt die barrierefreie Verfügbarkeit von urheberrechtlich geschützten Werken auf internationaler Ebene. In Deutschland sind Schätzungen zufolge derzeit nur fünf Prozent der veröffentlichten Literatur für Blinde und Sehbehinderte zugänglich.

Mehr über den Erfinder der Blindenschrift, Louis Braille, erfahren Sie hier. Mehr dazu, wie sich Blinde im Internet zurechtfinden, können Sie hier nachlesen. Und ein Porträt der blinden und tauben US-Autorin Helen Keller finden Sie hier.

aar/dpa



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Frida_Gold 19.10.2018
1.
Wäre es nicht erstmal sinnvoller, dafür zu sorgen, dass nicht-blinde Sehbehinderte vernünftig anerkannt und unterstützt werden? Eine Bekannte hat so wenig Sehkraft, dass sie im Dunkeln mittlerweile auch nicht mehr Fahrrad fahren kann, aber es gibt keinerlei Vergünstigungen fürs Busticket. Aufgrund ihrer Behinderung kann sie nur Teilzeit arbeiten und steht jetzt vor dem Problem, dass sie im Winterhalbjahr entweder nicht zur Arbeit kommt oder sich von ihrem Gehalt, das in etwa HartzIV-Satz entspricht, noch 60€ im Monat für die Buskarte absparen soll. Lapidare Auskunft vom Amt: Wenn sie erblindet, gibt es Unterstützung, aber solange sie sehen kann, kommt sie ja noch klar. Nein. Kommt sie nicht. Sie läuft gelegentlich gegen Laternenpfähle, weil sie blinde Flecken hat und direkt vor sich nichts sieht, nur an den Sichtfeldrändern. Lieber Staat, bitte mal weniger die Industrien pampern und mal Bürgeranliegen in Angriff nehmen. Es wäre ein leichtes, für Arbeit notwendige Öffi-Tickets mit 50% zu sponsorn. Das Problem betrifft ja nicht nur meine Bekannte. Die Alternative ist nämlich, dass sie gar nicht mehr arbeitet und HartzIV bezieht, denn täglich 14 Kilometer zu Fuß durch die Stadt (7 je Richtung) macht man irgendwann auch nicht mehr, wenn man fürs Nichtarbeiten dasselbe Geld zur Verfügung hat...
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