Comic-Adaption Feuer und Flamme für einen Kultroman

Ray Bradburys legendärer Science-Fiction-Roman "Fahrenheit 451" wurde einst virtuos von François Truffaut verfilmt. Nun hat Tim Hamilton einen kongenialen Comic daraus gemacht.

Von Jörg Böckem


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Comic-Adaption: Liebeserklärung an das gedruckte Wort
Guy Montag hat sich in seinem Leben bequem eingerichtet. Er ist Feuerwehrmann; ein schöner Beruf, wie er sagt. "Es ist eine Lust, Feuer zu legen. Montags verbrenne ich Millay, Mittwoch Whitman, Freitag Faulkner." Guy Montag löscht keine Feuer, er legt sie. Immer sind Bücher der Brennstoff. Dass die Feuerwehr in früheren Zeiten einmal Brände bekämpft haben soll, hält er für einen Mythos. Nach Feierabend fährt er nach Hause zu seiner tablettenabhängigen Frau.

Eines Abends jedoch beginnt seine wohlgeordnete Welt langsam aus den Fugen zu geraten: Er trifft dieses seltsame, schöne und neugierige Mädchen, Clarissa, "siebzehn und von Sinnen". "Sind Sie glücklich?", fragt sie zum Abschied. Als Tage darauf eine alte Frau freiwillig den Flammentod auf dem Scheiterhaufen ihrer geliebten Bücher wählt, zerbricht etwas in ihm. Der Feuerwehrmann beginnt zu lesen, Buch um Buch. Bis seine Kollegen sein Haus niederbrennen und er, Staatsfeind jetzt, Zuflucht in den Wäldern findet, bei Menschen, die Bücher bewahren, in dem sie sie auswendig lernen.

Vision einer totalitären, unmündigen Gesellschaft

"Fahrenheit 451", das erfolgreichste Buch des grandiosen Autors Ray Bradbury und 1966 von François Truffaut verfilmt, ist eine gleichermaßen düstere wie poetische Zukunftsvision einer totalitären, unmündigen Gesellschaft - und eine Liebeserklärung an das gedruckte Wort.

Anlässlich des 90. Geburtstags des Schriftstellers hat der US-Zeichner Tim Hamilton das Buch angemessen als Comic adaptiert. Er findet eindringliche, düstere Bilder, in den besten Momenten sind seine Zeichnungen wie Rahmen, die Bradburys wunderbare Sätze strahlen lassen.

Der Autor, selbst bekennender Comic-Fan und von Genregrößen wie Neil Gaiman verehrt, erzählt im Vorwort, wie aus einem nächtlichen Spaziergang sein Roman entstand.

Ray Bradbury, von der Literaturkritik als Fantasy-, Science-Fiction- und Horrorschriftsteller häufig unterschätzt, gehört zu den großen Erzählern der amerikanischen Literatur, sprachmächtig und von überbordender Phantasie.

Egal, ob er von Mars-Expeditionen oder Seeungeheuern erzählt, immer geht es ihm um den Menschen. Sein Roman "Das Böse kommt auf leisen Sohlen" ist eines der wunderbarsten Bücher über Zauber und Schrecken der Kindheit, Erwachsenwerden und Freundschaft.

So kann Tim Hamiltons Comicadaption vor allem als ein Aufruf gelesen werden, anlässlich des 90. Geburtstages des großen alten Erzählers seine Romane und Kurzgeschichten wieder zu entdecken.



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insgesamt 6 Beiträge
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dieweltsehen 22.02.2010
1. Wo spielt die Comicversion?
Zitat von sysopRay Bradburys legendärer Science-Fiction-Roman "Fahrenheit 451" wurde einst virtuos von François Truffaut verfilmt. Nun hat Tim Hamilton einen kongenialen Comic daraus gemacht. http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,679014,00.html
Für mein Projekt dieweltsehen, das Handlungsorte kartiert, sammele ich Handlungs- und Entstehungsorte von Romanen, Filmen und auch Comics. Wer den Comic gelesen hat, kann die Handlungsorte hier http://maps.dieweltsehen.de/?dl=3821861061&dla=a eintragen. Vielen Dank! Der Roman spielt übrigens in Los Angeles: http://maps.dieweltsehen.de/?dl=0345342968&dla=a
Frank Werner 22.02.2010
2. Genial daneben
Zitat von sysopRay Bradburys legendärer Science-Fiction-Roman "Fahrenheit 451" wurde einst virtuos von François Truffaut verfilmt. Nun hat Tim Hamilton einen kongenialen Comic daraus gemacht. http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,679014,00.html
Ja, virtuoser Film. Grandioser Oskar Werner. Geniale Regie von Truffaut: Kamera, Licht, Bilkomposition. Und genau deshalb ist der Film seit Ewigkeiten nicht im öffentlichen Fernsehen gelaufen. Die DVD ist spät erschienen und man muss sie selbst im Internet mit der Lupe suchen. Aber Rosmaunde Pilchers Werke laufen jede Woche im Gebührenfernsehen. Bradbury selbst würde sagen: "Schöne neue Welt".
dieweltsehen 22.02.2010
3. Dvd
Zitat von Frank WernerJa, virtuoser Film. Grandioser Oskar Werner. Geniale Regie von Truffaut: Kamera, Licht, Bilkomposition. Und genau deshalb ist der Film seit Ewigkeiten nicht im öffentlichen Fernsehen gelaufen. Die DVD ist spät erschienen und man muss sie selbst im Internet mit der Lupe suchen. Aber Rosmaunde Pilchers Werke laufen jede Woche im Gebührenfernsehen. Bradbury selbst würde sagen: "Schöne neue Welt".
Hier ist der Truffaut-Film: http://maps.dieweltsehen.de/?dl=B0000DCXS3&dla=a
macfan 22.02.2010
4. Ewigkeiten
Zitat von Frank WernerJa, virtuoser Film. Grandioser Oskar Werner. Geniale Regie von Truffaut: Kamera, Licht, Bilkomposition. Und genau deshalb ist der Film seit Ewigkeiten nicht im öffentlichen Fernsehen gelaufen. Die DVD ist spät erschienen und man muss sie selbst im Internet mit der Lupe suchen. Aber Rosmaunde Pilchers Werke laufen jede Woche im Gebührenfernsehen. Bradbury selbst würde sagen: "Schöne neue Welt".
Ewigkeiten? Zuletzt vor 5 Jahren auf arte. Und im freien Privaten zuletzt vor zwei Monaten. Siehe hier. Gruß, Horst
macfan 22.02.2010
5. Korrektur
Zitat von macfanEwigkeiten? Zuletzt vor 5 Jahren auf arte. Und im freien Privaten zuletzt vor zwei Monaten. Siehe hier. Gruß, Horst
Sorry, der Link ist defekt. Korrekt ist er so (http://www.rtv.de/detailansicht_filme.php?film_id=1062731). Gruß, Horst
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