Comic-Bildband "Jazz" Swingende Zwanziger

Jazz zum Lesen: Dem Grafiker Robert Nippoldt ist es mit einem ungewöhnlichen Bildband gelungen, die Meisterleistungen von Jazz-Größen wie Louis Armstrong oder Duke Ellington in beschwingte Zeichnungen und Anekdoten zu bannen. Ergänzt wird der Band natürlich durch eine CD.

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Es gibt diese herrliche Anekdote, mit der das neue Buch des Münsteraner Grafikers Robert Nippoldt beginnt, und die viel von dem enthält, was Jazz ausmacht: die Spontanität und Nassforschheit der Musiker, der kindliche Wettstreit zwischen ihnen, die Regellosigkeit und ungezwungene Leichtigkeit, mit der sie ihre Instrumente beherrschen.

Da treffen sich an einem Sonntagnachmittag in einer verrauchten Kellerkneipe in New York die Musiker, die fortan in Harlem als die "großen Drei" bekannt sein werden. Doch statt sich kollegial-freundlich mit einem Handschlag zu begrüßen und sich hinter das Klavier zu klemmen, versuchen sich die Pianisten Thomas "Fats" Waller, James P. "Jimmy" Johnson und Willie "The Lion" Smith in einem mit Feuereifer geführten Konkurrenzkampf gegenseitig zu übertreffen. Am Ende sind sie alle drei gleichermaßen voneinander beeindruckt.

"Der Auftakt" heißt dieses Kapitel in Nippoldts unterhaltsamen Comic-Bildband "Jazz. Im New York der Wilden Zwanziger", welches das Gipfeltreffen der "großen Drei" beschreibt. Es ist die Ouvertüre zu dem ebenso interessanten wie ungewöhnlichen Projekt, eine legendäre Musikrichtung auf 144 Seiten ausschließlich in Zeichnungen und kurzen Texten darzustellen. Zusammen mit dem Autoren Hans-Jürgen Schaal ist es Nippoldt gelungen, diese erste Generation der Jazz-Helden - darunter Louis Armstrong, Glenn Miller, Duke Ellington und Benny Goodman - mit der Feder zu porträtieren.

Und für alle, die Jazz eben doch hören wollen oder müssen, liegt dem Buch natürlich eine CD mit Originalaufnahmen der vorgestellten Künstler bei.


Robert Nippoldt: Jazz. Im New York der Wilden Zwanziger. Gerstenberg Verlag, 2007; 144 Seiten; 39,90 Euro



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