Von Stefan Pannor
Böse Zukunft. Die Städte sind in Reviere aufgeteilt, die von verschiedenen Gangs beherrscht werden: Hier die Weißen, dort die Schwarzen, da die Asiaten. Abgrenzung bestimmt das Leben. Auch das der Schüler, die sich im Gefüge der kriminellen Banden einordnen müssen - oder draufgehen.
"Personal Paradise" nennt Melanie Schober sarkastisch ihren Manga, dessen erster Band gerade erschienen ist. Die 1985 geborene Österreicherin hat sich mit der Serie ihren Berufswunsch Mangaka erfüllt.
Trotz des apokalyptischen Konzeptes steckt noch einiges an naiver Romantik in "Personal Paradise". "Ursprünglich sollte alles im Mittelalter spielen", erklärt Schober das ursprüngliche Konzept ihrer Serie. Die ist jetzt aber kurz nach dem Dritten Weltkrieg angesiedelt, mitten in der Trostlosigkeit deutscher Großstädte. Reste des Ursprungskonzeptes schimmern allerdings noch durch, wenn in Dialogen auf Vampire und Ritter angespielt wird.
Dem gegenüber steht eine Handlung, die vor allem auf der Unterschiedlichkeit der Charaktere beruht. Schobers Figuren sind keine austauschbaren Teenies, sondern individuell gestaltete Figuren. Außenseiter, Mitläufer, Machtmenschen halten die Episoden in Gang, nicht äußere Ereignisse. Damit zeigt sie eine erzählerische Reife, die nicht alle ihre hiesigen Kolleginnen besitzen.
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