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3. Teil: Ulf Salzmann: "Flausen"


Die Angst kommt immer wieder. Die Angst ist klein und rosa und hat riesige schwarze Augen. Die Angst ist Bestandteil von Ulf Salzmanns Comicstrip "Flausen" und man muss sie einfach gern haben.

"Flausen" ist, wie das Gros der deutschen Webcomics derzeit, autobiografisch orientiert. Familienvater Salzmann berichtet in launig-krakeligen Bildern aus seinem Alltag. Er dokumentiert Träume, Phantasien, den Gang zum Supermarkt oder das Entstehen seines jüngsten Buches ebenso wie die Auseinandersetzung mit der Angst (die vor allem viel Pflege braucht).

"Flausen": Launig-krakelige Bilder
Ulf Salzmann

"Flausen": Launig-krakelige Bilder

Erfunden wurde das Format des autobiographischen Webcomics mit fixer Struktur - jeweils vier zum Quadrat angeordnete Bilder - von dem Amerikaner James Kochalka. Inzwischen hat es weltweit unzählige Nachahmer gefunden. In Deutschland war es der Recklinghausener Zeichner Kurt Schalker, der erstmals mit der Form experimentierte. Derzeitiger Star der Szene ist der Berliner Zeichner Felix Görmann alias Flix, dessen Tagebuchcomic lange Zeit auf SPIEGEL ONLINE erschien.

Während Flix' Strip jedoch Bestandteil seines Berufslebens ist und in professioneller Anmutung täglich erscheint, haben die "Flausen" von Ulf Salzmann deutlich privateren Charakter. Das scheinbar Unausgereifte der Zeichnungen, die mitunter schwer lesbare Schrift in den Sprechblasen, deuten direkt auf den Ursprung der Form als kleine tägliche Improvisation hin. Neben den Alltags-Momentaufnahmen haben sich im Lauf der Zeit auch kürzere, komplett spinnerte, eben flausenhafte Comics mit wiederkehrenden Themen und Figuren entwickelt. Wie eben jene um die rosafarbene Angst, die viel Pflege und Aufmerksamkeit braucht.

"Flausen" wird mehrmals in der Woche mit neuen Mini-Comics aktualisiert, die in der Regel unabhängig voneinander lesbar sind.


Ulf Salzmann: "Flausen"

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