Von Stefan Pannor
Das muss man auch erstmal lernen: Informatik-Nerds können niedlich sein.
"Beetlebum" ist der Beweis. Der Comic erzählt (fast täglich) aus dem Leben seines Zeichners Johannes Kretzschmar, und der ist Informatiker in Jena. Das klingt so gar nicht spannend: Wenn Kretzschmar in ein neues Büro zieht, zeichnet er das. Wenn es Netzwerkprobleme gibt, dann auch. In seinen schlimmsten Momenten ist "Beetlebum" voll mit Techsprech, mit bizarren Begebenheiten, die sich nur Computerfreaks vollständig erschließen (Natürlich entstehen die Comics auch nicht auf Papier, sondern gleich am digitalen Zeichenbrett).
Und das soll witzig sein? Ja, sogar sehr. Denn bei aller Versunkenheit in das Dasein als Nerd bewahrt sich Kretzschmar einen Blick aus der Außenperspektive. Neben Kretzschmars Comic-Alter-Ego, mit schwarzem Shirt und Knubbelnase gibt es noch Nadini, die Freundin, die ihn immer wieder in die Realität zurück holt - oder gerade dorthin schickt, zum Joggen etwa, um abzunehmen.
Nadini kümmert sich nicht nur um die Erdung ihres Mannes, sondern sorgt auch dafür, dass Kretzschmars Comicmännlein selbst dem Braten nicht recht traut. Etwa wenn ein Bekannter die ersten sechzig Stellen von Pi nach dem Komma auf Klingonisch rezitiert, oder wenn Typographie-Freaks sich über die verwendete Schriftart auf Fahrkartenautomaten streiten.
Und wie dann Kretzschmar staunend daneben steht bei diesen Nachrichten aus der Nerdosphäre, die selbst ihn verblüffen, das ist komisch - und niedlich.
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