"Das Leben der anderen" Gericht stoppt Suhrkamp-Buch

Der Suhrkamp-Verlag darf sein Buch zum deutschen Stasi-Film "Das Leben der anderen" nicht weiter vertreiben. Die Pressekammer des Landgerichts Berlin erließ nach Informationen von SPIEGEL ONLINE eine einstweilige Verfügung gegen die weitere Verbreitung des Buches.


Berlin - In dem Werk zu dem viel diskutierten Erfolgsfilm behauptet der Hauptdarsteller Ulrich Mühe in einem Interview mit dem Regisseur Florian Henkel von Donnersmarck, seine ehemalige Ehefrau, ebenfalls eine Schauspielerin, "hätte die ganze Zeit über bei der Staatssicherheit als IM gearbeitet". Die Anwälte Suhrkamps hatten beim Landgericht vergeblich eine sogenannte "Schutzschrift" hinterlegt, um einen Stopp des Buches ohne mündliche Verhandlung zu verhindern.

 Florian Henckel von Donnersmarck - bei der Verleihung des Bayerischen Filmpreises Mitte Januar
DDP

Florian Henckel von Donnersmarck - bei der Verleihung des Bayerischen Filmpreises Mitte Januar

Mühe hatte in dem Interview unter anderem erklärt: "Ich bekam davon nichts mit, während es lief. Sie arbeitete ja auch nicht über mich". Sie habe "hauptsächlich in ihrem Ensemble über die Kollegen Berichte abgegeben".

Mühes Exfrau bestreitet seit Jahren, jemals für das MfS gearbeitet zu haben. Sie beauftragte den Berliner Anwalt Hardy Langer, um das Buch zu stoppen. Langer arbeitet in einer Kanzlei mit dem Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei im Bundestag, Gregor Gysi. (Aktenzeichen 27 0 403/06)



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