Kroatische Autorin Dasa Drndic ist tot

In ihren Romanen hat Dasa Drndic gegen das Vergessen der Gräuel des 20. Jahrhunderts angeschrieben. Jetzt ist die aus Zagreb stammende Schriftstellerin gestorben.

Daša Drndic
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Daša Drndic


Die kroatische Autorin Dasša Drndic wurde erst spät in Deutschland bekannt, ihr Roman "Sonnenschein" dafür 2015 umso begeisterter aufgenommen. Jetzt ist sie im Alter von 71 Jahren gestorben. Das teilte ihr deutscher Verlag Hoffmann und Campe mit.

Drndic war promovierte Literaturwissenschaftlerin und unterrichtete zuletzt Englische Literatur an der Universität im kroatischen Rijeka. Seit Anfang der Achtzigerjahre veröffentlichte sie zahlreiche Romane, Kurzgeschichten und Hörspiele.

Poetisch und dokumentarisch

Der Stil von Dašsa Drndic war eine einzigartige Mischung aus Fakt und Fiktion. In ihren Arbeiten vermischte sie eine nüchterne Sprache und zurückhaltend poetische Miniaturen mit historischen Tatsachen.

So auch in dem Roman "Sonnenschein", der vom Holocaust erzählt und mit Fakten und Fotos genauso arbeitet wie mit einer fiktiven Liebesgeschichte zwischen einem SS-Offizier und einer Jüdin. Ihr Roman "Belladonna" erschien im Februar 2018.

Ihm stellte Dašsa Drndic die Worte voran: "Wir sehen, wie die Geschichte sich wiederholt, wie sie ihr monströses Gesicht zeigt. Die extreme Rechte schreitet voran (...). Es gibt keinen kleinen, harmlosen Faschismus. Darum schreibe ich über die Wichtigkeit des Erinnerns. Ohne Erinnerung lassen wir uns allzu leicht manipulieren und verlieren unsere Identität."

kae



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