Literaturauszeichnung: David Wagner erhält den Preis der Leipziger Buchmesse

Wenn Leber wie Leben klingt: Für seinen autobiografisch geprägten Roman über eine Organtransplantation erhält David Wagner den Preis der Leipziger Buchmesse. Das Werk wurde zuvor von der Kritik euphorisch gefeiert.

David Wagner: Leipziger Buchpreis für "Leben" Zur Großansicht
Susanne Schleyer/ Rowohlt

David Wagner: Leipziger Buchpreis für "Leben"

Hamburg/Leipzig - Es ist die Geschichte seines eigenen Lebens: In seinem Roman "Leben" lässt David Wagner einen Patienten von seinem Leberleiden erzählen. Der Protagonist wurde in die Notaufnahme eingeliefert, weil die Krampfadern in der Speiseröhre geplatzt waren. Jetzt wartet er auf ein Spenderorgan und zieht die Bilanz seines bisherigen Daseins. Vor sechs Jahren stand Wagner vor der gleichen Situation; das aus dieser Grenzerfahrung entstandene Buch wurde in seltener Einmütigkeit von der Kritik gefeiert.

Jetzt wurde der Autor mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik geehrt. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert. Die Begründung der Jury: "Lakonisch, mit zartem Humor erzählt David Wagner in 'Leben' die Geschichte einer Organtransplantation. Nüchterner Krankenhausalltag und existenzielle Fragen liegen in dieser Romanerzählung so nah beieinander wie die Wörter Leber und Leben."

Der 1971 in Andernach geborene und in Bonn aufgewachsene Wagner studierte Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte in Bonn, Paris und Berlin. Als freier Autor schrieb er für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die "Zeit", ehe er sich ganz auf die literarische Arbeit verlegte. Bekannt wurde er durch seinen autobiografisch gefärbten Debütroman "Meine nachtblaue Hose" (2000). Darin erzählt er von einer einengenden Kindheit im alten Westdeutschland. Es folgten weitere Romane, etwa "Vier Äpfel" und "Spricht das Kind", eine Liebeserklärung an seine Tochter.

Dazwischen veröffentlichte David Wagner zahlreiche Erzählungen in der Leseheftreihe "Schöner Lesen" des Berliner Independent-Verlags Sukultur, die teilweise über Süßwarenautomaten an großen Bahnhöfen vertrieben wird.

Auch der Literaturkritiker Helmut Böttiger ist mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet worden. Der 1956 geborene Autor erhält die Ehrung in der Sparte Sachbuch/Essayistik für das Werk "Die Gruppe 47: Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb". Böttiger zeige, so lobt die Jury, wer die legendäre Schriftstellervereinigung entscheidend prägte und veranschauliche einen Reichtum an Figuren und Spannungen.

cbu/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Kultur
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Literatur
RSS
alles zum Thema Leipziger Buchmesse
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
Buchtipp