Kultur

Anzeige

Longlist für Literaturauszeichnung

Maxim Biller ist Kandidat für den Deutschen Buchpreis

Es ist die wichtigste Auszeichnung für deutschsprachige Literatur: 20 Romane sind im Rennen um den Deutschen Buchpreis, zwölf davon sind von Frauen geschriebene Werke.

Christian Werner

Maxim Biller

Dienstag, 14.08.2018   15:40 Uhr

Anzeige

Die Jury des Deutschen Buchpreises hat in Frankfurt am Main ihre Longlist bekanntgegeben. Die 20 nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge):

Zwölf Autorinnen und acht Autoren können sich also noch Hoffnungen auf die öffentlichkeitswirksame Literaturauszeichnung machen, unter ihnen mit Arno Geiger einer, der den Preis schon einmal gewann (2005 für "Es geht uns gut"). Auch Angelika Klüssendorf (2011 und 2014), Gert Loschütz (2005), Inger-Maria Mahlke (2015) und Stephan Thome (2009 und 2012) saßen schon als Shortlist-Kandidaten im Kaisersaal des Frankfurter Römer, bekamen den Buchpreis aber letztendlich nicht. Nino Haratischwili stand wenigstens einmal auf der Longlist, während es mit Maxim Biller und Helene Hegemann zwei zumindest immer wieder viel diskutierte Schriftsteller erstmals in die engere Auswahl für den seit 2005 vergebenen Preis geschafft haben.

Anzeige

Hegemann ist mit Jahrgang 1992 auch die jüngste Autorin im Feld, der Senior unter den Kandidaten ist Adolf Muschg, er kam 1934 im Kanton Zürich zur Welt, einer von zwei gebürtigen Schweizern. Arno Geiger ist der einzige in Österreich geborene Autor, dafür gibt es Longlistkandidaten, die in Rumänien, Argentinien, Tschechien, Georgien und Ungarn zur Welt kamen - und den Südtiroler Josef Oberhollenzer.

Bei den Verlagen war es ein guter Jahrgang für Hanser mit insgesamt drei nominierten Titeln, auch Kiepenheuer & Witsch dürfte mit zwei Nominierungen zufrieden sein. Auffällig viele kleinere Verlage stehen diesmal auf der Liste, dafür fehlen einige der finanzstärkeren Verlagshäuser komplett. Ungewöhnlich: Die Bücher von Anja Kampmann und Matthias Senkel waren auch schon für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert; wie überhaupt recht viele Titel - insgesamt elf - aus den Frühjahrsprogrammen es auf die Buchpreis-Liste schafften, die meist von Herbsttiteln dominiert wird.

Anzeige

Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet die Stiftung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels jährlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse (diesmal am 8. Oktober) den deutschsprachigen "Roman des Jahres" aus. Sieben von Jahr zu Jahr wechselnde Juroren wählen unter den von den Verlagen eingereichten - in diesem Jahr waren es 165 - und eventuell selbst nachgeforderten Büchern zunächst 20 für die Longlist aus. Am 11. September wird dann eine Shortlist mit sechs Titeln bekanntgegeben. Der Preisträger erhält 25.000 Euro, die übrigen fünf Autoren der Shortlist erhalten jeweils 2.500 Euro.

Zur Jury zählen 2018 Christoph Bartmann (Leiter des Goethe-Instituts Warschau), Luzia Braun (beim ZDF redaktionell zuständig für "Das literarische Quartett"), Tanja Graf (Leiterin des Literaturhauses München), Paul Jandl (Literaturkritiker der "Neuen Zürcher Zeitung"), Uwe Kalkowski (Betreiber des Literaturblogs "Kaffeehaussitzer"), Marianne Sax (Buchhändlerin in Frauenfeld, Schweiz) und als Jurysprecherin Christine Lötscher (freie Kritikerin und Kulturwissenschaftlerin, derzeit an der FU Berlin).

Lötscher sagte über die Auswahl, die Vielfalt der literarischen Formen habe die Jury begeistert: "Es gibt große historische, aber auch verspielt fantastische Weltentwürfe, ebenso wie Texte, die eine radikale Reduktion der Perspektive suchen, bis auf den Nullpunkt des Erzählens. Angesichts dieses Reichtums und vieler überraschender Entdeckungen ist die Longlist auch eine Einladung der Jury, dieses große Spektrum zu erkunden."

2017 wurde der Österreicher Robert Menasse für seinen EU-Institutionen-Roman "Die Hauptstadt" mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet.

feb

Weitere Artikel

Forum

Forumskommentare zu diesem Artikel lesen
Anzeige
© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH