Deutscher Krimi Preis David Peace ausgezeichnet

Die wichtigste deutsche Krimiauszeichnung geht 2010 unter anderem an David Peace - der Brite erzählt in "Tokio im Jahre Null" von einem Serienkiller in der Nachkriegszeit. Weitere Preisträger sind Ulrich Ritzel und der Ire Ken Bruen.

David Peace, der Autor von "Tokio im Jahre Null": Das Grauen nach dem Krieg
Suse Walczak

David Peace, der Autor von "Tokio im Jahre Null": Das Grauen nach dem Krieg


Hamburg/Bochum - Mit dem Deutschen Krimi Preis 2010 hat das Bochumer Krimi Archiv am Donnerstag in Bochum insgesamt sechs Autoren für Neuerscheinungen des vergangenen Jahres ausgezeichnet.

Jeweils drei Schriftsteller wurden in den Kategorien "National" und "International" geehrt. Bei den nationalen Autoren erhielt Ulrich Ritzel den ersten Preis für seinen Kriminalroman "Beifang". Bei den internationalen Autoren setzte sich der Brite David Peace mit " Tokio im Jahr Null" durch.

Der studierte Jurist und ehemalige Journalist Ulrich Ritzel hatte den Preis bereits 2001 für seinem zweiten Roman "Schwemmholz" erhalten. In "Beifang" schildert er die Ermittlungen des ausgedienten Kriminalbeamten Hans Berndorf nach dem Mord an einer jungen Frau.

Von dem rätselhaften Auftauchen eines ermordet geglaubten Mädchen handelt der Roman "Totsein verjährt nicht" von Friedrich Ani, mit dem der Münchner Autor den zweiten Platz belegt. Bekannt wurde der 51- Jährige durch seine Kriminalromane um Kommissar Tabor Süden. Ein Roman dieser Reihe wurde bereits 2002 mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet.

Dritter Preisträger in der Kategorie "National" ist der Mülheimer Jörg Juretzka. Sein Roman "Alles total groovy hier" ist ein neuer Krimi in seiner Reihe um den eigenwilligen Ruhrgebiets-Detektiv "Krüschel".

Den zweiten Preis in der Kategorie "International" bekam der Südafrikaner Roger Smith für seinen Krimi "Kap der Finsternis". Smith, 1960 in Johannesburg geboren, lebt heute als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent in Kapstadt. Den dritten Platz belegt der Ire Ken Bruen mit seinem düsteren und zynischen Krimi "Jack Taylor fliegt raus".

Der Deutsche Krimi Preis wird seit 1985 jährlich von einer Jury aus Journalisten und Kritikern vergeben. Der Preis ist nicht dotiert, eine Verleihung findet nicht statt - und doch hat die Auszeichnung Gewicht: Das zeigte sich exemplarisch Im Jahr 2007, als die Verkäufe von Andrea Schenkels "Tannöd" nach der Ehrung signifikant anstiegen - schließlich wurde auch Elke Heidenreich auf das Buch aufmerksam und machte es vollends zum Bestseller.

sha/dpa



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