"Die drei Fragezeichen"-Jubiläum 50 Jahre, 200 Bücher, 3 Detektive

"Erster Detektiv Justus Jonas, zweiter Detektiv Peter Shaw, Recherchen und Archiv Bob Andrews": 1968 erschien der erste Band der Jugend-Krimireihe, jetzt kommt die 200. Folge auf den Markt. Warum fiebern so viele Fans immer noch mit?

"Die drei Fragezeichen"
Kosmos/ Aiga Rasch

"Die drei Fragezeichen"


Mit "Die drei Fragezeichen und das Gespensterschloss" startete 1968 in Deutschland eine Serie, die der Kosmos-Verlag nach dem ausbleibenden Erfolg der ersten beiden Bände beinahe rasch wieder eingestellt hätte. 50 Jahre später sind die Geschichten um die drei Detektive Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews eine Erfolgsgeschichte: 17 Millionen Bücher haben sich seitdem im deutschsprachigen Raum verkauft. Jetzt erscheint der 200. Roman.

Die Serie stammt ursprünglich aus den USA, wo bereits 1964 der erste Band erschien. Die Idee stammt von dem Schriftsteller Robert Arthur. Ein Marketingtrick sollte die Verkäufe ankurbeln: Arthur erwarb die Lizenz, für die Bücher den Namen und das Konterfei von Alfred Hitchcock verwenden zu dürfen. Autor für "Die drei Fragezeichen" war Hitchcock allerdings nie. In den USA wurde die Serie schon 1991 eingestellt.

Im deutschsprachigen Raum verhalf den Krimigeschichten vor allem die Hörspielreihe zu großer Popularität. Als Debüt startete 1979 die Folge "Die drei Fragezeichen und der Super-Papagei", bis heute verkauften sich die bisher 194 Hörspiele 50 Millionen Mal. Die drei Sprecher Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich sind bei aktuellen Ausgaben noch immer in den Hauptrollen dabei.

Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich sprechen die Hauptrollen bei den "Drei Fragezeichen"-Hörspielen.
DPA

Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich sprechen die Hauptrollen bei den "Drei Fragezeichen"-Hörspielen.

Heute hat sich das "Drei Fragezeichen"-Universum mit Theateraufführungen, szenischen Lesungen, Computerspielen, Comics, Verfilmungen und einer Reihe für kleinere Kinder ausgeweitet. Die Reihe ist zu einem generationenübergreifenden Phänomen geworden - Eltern schwelgen beim Hören oder Lesen in Kindheitserinnerungen und geben sie dem Nachwuchs weiter.

Pünktlich zum Jubiläum erscheint am 13. September der 200. Fall von Justus, Peter und Bob in Buchform. "Feuriges Auge" ist eine Trilogie, die den klassischen Fall "Fluch des Rubins" noch einmal aufnimmt. Auch die Hörspielreihe wird weiter fortgesetzt, in diesem Jahr soll es noch zwei neue Folgen geben.

Die Kinder-Akademie in Fulda legt zum Jubiläum die Ausstellung "Die sprechenden Bilder - Aiga Rasch und die drei Fragezeichen" auf. Vom 25. Oktober bis zum 10. Februar sind hier die Illustrationen der 2009 verstorbenen Künstlerin Aiga Rasch zu sehen, die der Reihe ihr prägnantes Layout verschaffte.

Lesen Sie hier mehr über "Die drei Fragezeichen":

Sex, Lügen, Audio: Karpatenhunde und Pornoskandale - seit 1979 begeistert die Hörspielserie "Die drei Fragezeichen" um drei junge Detektive Millionen von Hörern. Ihr Erfolgsgeheimnis: die nostalgische Sehnsucht nach einer heilen Welt. Dabei war die Welt hinter den Fassaden der Produktion alles andere als heil.

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insgesamt 7 Beiträge
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Krokodilstreichler 13.09.2018
1. Es war einmal
Als Kind hörte ich die Drei auch sehr gerne. Aber nun als Erwachsener ist doch allzuviel einfach vorhersehbar etc. Dann doch lieber Gogol oder Eli Kazan etc.
jupiter_jones 13.09.2018
2. nur alten folgen sind kult
Ich gehoer zu der gruppe der menschen, die mit den ??? aufgewachsen sind. Leider hab ich mich mittlerweile ausgeklinkt - verfolge die reihe nicht mehr, weil ich zu den nervigen noerglern gehoere, die den qualitaetseinbruch, mit den neuen folgen, in punkto story nicht hinnehmen wollen. Schade
martine-primus 13.09.2018
3. genau so ist es
unsere drei Kinder sind durch uns damit aufgewachsen. Und sie fiebern - vor allem der Jüngste - den neuesten Ausgaben entgegen. Aber es stimmt schon, die Stories sind nicht mehr so mystisch und gruselig wie damals. Zumindest die meisten nicht. Aber dennoch... der Vollständigkeit halber ;-) Und aber auch zur Entspannung, auf Autofahrten, im Urlaub.... wird gehört, was das Zeug hält. Und die live-Vorführungen sind auch genial. Doch, es macht Spaß!
sucherderwahrheit 13.09.2018
4. Die Bücher sind in der Machart billiger geworden
Während sie in den 70er noch Hardcovereinband mit Stoffmantel (später auch eine Art Kunstleder) mit Schutzumschlag hatten, sind sie heute reine Pappe. Und nach dem Tod von AH ist das nächste Buch ohne AH erschienen. Erst beim übernächsten war dann AH wieder drauf. Die ersten ca. 30 deutschen Bände stehen heute noch in meinem Bücherregal für die nächsten Generationen.
andreasclevert 13.09.2018
5. Ambivalentes Verhältnis
Ich bin selbst mit den drei ??? aufgewachsen, die gehörten dazu, ohne dass ich sie in den Himmel der Lieblingsgeschichten erhoben hätte. Als Vater von drei Jungs sind sie heute wieder im Leben dabei, vorrangig als Hörbuch bei Autofahrten. Ich gestehe, dass ich die CD mit Bocks Wurstwarenfabrik und dem dort zu lösenden Kriminalfall am liebsten entsorgt hätte, weil mir bei dem Madenbefall in der Kanalisation während des Autofahrens regelmäßig fast schlecht geworden wäre. Aber eigentlich spricht es ja für die Hörbuchversion, wenn das alles so schön realistisch ist. Was ich allerdings nur mit ungläubigem Kopfschütteln verfolgen kann, ist die Tatsache, dass es erwachsene Menschen gibt, die nicht in nostalgischer Verklärung der eigenen Kindheit Kullertränchen weinen, sondern heute, hier und jetzt ganz ernstzhafte drei ???-Fans sind. Nichts für ungut, Leute, aber so richtig komplex sind die Geschichten jetzt doch nicht, oder? Amüsant wird es dann, wenn eingefleischte Fans der drei ??? mit unwissenden Erwachsenen zusammentun. Das habe ich mal bei einer drei - ??? Theaterpremiere hier in Bonn erlebt (https://wp.me/p4WCtx-jX), keine Ahnung, ob das Pärchen noch zusammen ist. Ein bisschen ernsthafter frage ich mich aber schon, ob die recht statische, klischeehafte Rollenverteilung (der Kirschkuchen von Tante Mathilda, das Aufziehen des intelligenten Pummelchens Justus) so ganz zeitgemäß ist. Aber die Diskussion hat man ja auch bei Jim Knopf. Lesens- und hörenswert - zu seiner Zeit - auf jeden Fall. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!
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