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"Tränen der Freude"-Emoji: Das Wort des Jahres ist gar keins

Emoji mit Lachtränen: Jedes fünfte Smiley-Bild in Großbritannien sieht so aus Zur Großansicht
Getty Images

Emoji mit Lachtränen: Jedes fünfte Smiley-Bild in Großbritannien sieht so aus

Konservative Sprachliebhaber müssen jetzt stark sein: Das Heul-vor-Glück-Smiley ist laut Oxford Dictionaries das Wort des Jahres. Emojis überwinden sprachliche Grenzen, hieß es in der Begründung.

Nicht nur in Deutschland sind die Wörter des Jahres häufig kontroverse Entscheidungen. Hierzulande hat etwa das neue Jugendwort des Jahres jüngst große Verwunderung ausgelöst: Smombie, also Smartphone-Zombie ist es geworden, und kaum jemand meldet sich, der es tatsächlich im Alltag vorher schon benutzt hat. Auch in Großbritannien hat jetzt eine Wörter-Wahl zu einem vieldiskutierten Ergebnis geführt: Die Oxford-Dictionaries-Redaktion hat ein Emoji zum Wort des Jahres gekürt.

Aber nicht irgendein Emoji, sondern das lachende Smiley-Gesicht, dem Tränen der Freude über die gelben Wangen rinnen. Es hat in Großbritannien eine gewisse Popularität erlangt: 2014 soll dieses Gesicht vier Prozent aller verwendeten Emojis ausgemacht haben, in diesem Jahr waren es laut dem Blog "The Verge" bereits 20 Prozent. Das zweitbeliebteste soll übrigens der Kussmund mit dem fliegenden Herzen davor sein.

"Auch wenn Emojis von Jugendlichen schon seit langer Zeit benutzt werden, ist die Emoji-Kultur erst in den vergangenen Jahren im Mainstream angekommen", heißt es laut "Time" in einer Pressemitteilung zu der Wahl. "Emojis verkörpern einen zentralen Aspekt des digitalen Lebens, das sehr visuell, emotional und unmittelbar ist." Der Chef von Oxford Dictionaries, Caspar Grathwohl, sagte: "Emojis sind zu einer wichtigen Form der Kommunikation geworden, die sprachliche Grenzen überwinden kann."

Der Japaner Shigetaka Kurita hat die kleinen Gesichter vor mehr als 15 Jahren aus dem Netz adaptiert und so ins Leben gerufen. Sie sind inspiriert von Comics und Straßenschildern. Der Name Emoji kommt aus der Kombination der japanischen Bezeichnungen für Bild und Buchstabe.

Die Webseite Oxford Dictionaries gehört zum Verlag der Universität Oxford und beschäftigt sich mit der modernen englischen Sprache. Der Verlag bringt zwar ebenso das bekannte Wörterbuch Oxford English Dictionary heraus, das wählt aber ein eigenes Wort des Jahres. Laut "The Verge" ist die Emoji-Wahl aus der Zusammenarbeit mit der Tatstatur-App-Firma SwiftKey entstanden. In den Jahren zuvor hatten bereits Wörter aus dem Netz bei der Wahl gewonnen: 2012 war es "GIF" und ein Jahr später "Selfie".

vks

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1.
clubmate 17.11.2015
Ich bin ja eher der Meinung, dass der gezeigte Smilie Tränen lacht anstatt vor Glück zu Heulen. Na zum Glück erlaubt die Verwendung von Emojis die Überwindung von sprachlichen Grenzen und die Vermeidung von Mißverständnissen.
2. Der japaner hat es nicht erfunden.
sven31415 17.11.2015
>Der Japaner Shigetaka Kurita hat die kleinen Gesichter vor mehr als 15 Jahren ins Leben gerufen. Das ist Unsinn. Emoticons wurden schon im IRC und im Usenet vor 1995 benutzt. 8P
3. Heul-vor-Glück-Smiley?
cor 17.11.2015
Dieser Smiley heult vor Glück? Ich dachte immer, der lacht Tränen.
4.
l3m0nh34d 17.11.2015
Die Anzahl der verwendeten Tränensmileys in einem Satz ist direkt proportional zur Dummheit des Benutzers. Fakt!
5.
Max Super-Powers 17.11.2015
Vor mehr als 15 Jahren? Wohl kaum: Auf dem Inlay des Samplers "Bravo Hits 11" von 1995, der sich thematisch mit dem (damals) aufkommenden Internet befasst, finden sich schon die ersten Emojis aus Doppelpunkten und Klammern erklärt. Emojis müssen demnach also weitaus älter sein. Und das, was wir heute als Emoji kennen, ist ja nur die grafisch anspruchsvollere Umsetzung dieser Punkt-Strich-Klammer-Gesichter.
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