"Exodus" Bestseller-Autor Leon Uris gestorben

Der Autor des weltberühmten Romans "Exodus" ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Erst im Frühjahr hatte der amerikanische Schriftsteller sein letztes Buch fertig gestellt, der Erscheinungstermin war für Oktober geplant.


Autor Uris: "Ich gehe eben auf die falschen Cocktail-Partys"
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Autor Uris: "Ich gehe eben auf die falschen Cocktail-Partys"

New York - Leon Uris starb, wie erst jetzt bekannt wurde, bereits am Samstag in seinem Haus auf Shelter Island im Bundesstaat New York. Der Autor, den sein Roman "Exodus" weltberühmt machte, wurde 78 Jahre alt. Das 1958 veröffentlichte und später in Hollywood von Otto Preminger verfilmte Buch gilt bei vielen Kritikern als literarisches Hauptwerk über das Schicksal der europäischen Juden vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Proklamation des Staates Israels im Jahr 1948.

Uris, der 1924 in der Hafenstadt Baltimore im US-Bundesstaat Maryland geboren wurde, setzte für seinen berühmtesten Roman eine später oft kopierte Technik der Mischung von Reportage und realen Geschehnissen ein. Das in über 50 Sprachen übersetzte Buch stand in vielen Ländern des Ostblocks, darunter auch in der DDR, auf dem Index der staatlichen Zensur. In jüdischen Kreisen der Sowjetunion wurde es als geheime Bibel der Auswanderung nach Israel gelesen.

Der Sohn eines Tapezierers war mit 17 Jahren zur Marine gegangen. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte Uris in den Reihen des US-Marinekorps. Nach dem Krieg war er zunächst als Zeitungs-Ausfahrer beim "Call Bulletin" in San Francisco beschäftigt. Die Versuche, eigene Geschichten in dem Blatt unterzubringen, scheiterten jedoch. Erst 1950 kaufte das Magazin "Esquire" eine Football-Geschichte von Uris, der dort anschließend fest als Reporter arbeitete. Zur selben Zeit begann er auch, an seinem Debüt-Roman "Urlaub bis zum Wecken" ("Battle Cry") zu arbeiten. Nach der Veröffentlichung einiger Erzählungen erreichte er mit "Battle Cry", das 1953 erschien, schließlich eine Millionenauflage, Uris wurde mehrfach ausgezeichnet. Fünf Jahre später erschien dann "Exodus", mit dem Uris endgültig international bekannt wurde.

Leon Uris hat nach seinem größten Erfolg zahlreiche weitere Bücher geschrieben, darunter die Spionage-Geschichte "Topaz" (1967). In "Trinity" (1976) beschäftigt er sich mit dem Irland-Konflikt. Wie seine frühere Frau Jill Uris erklärte, habe Leon Uris in diesem Frühjahr die Arbeit an seinem letzten Buch beendet. "O'Hara's Choice", eine Art historische Fiktion über die US-Marine, sollte im Oktober erscheinen.



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