Frankfurter Buchmesse Argentinien wird 2010 Gastland

Literatur aus der Pampa: Nach Mexiko und Brasilien ist Argentinien 2010 das dritte südamerikanische Gastland auf der Buchmesse in der Hessenmetropole. Der Vertrag wird heute in Buenos Aires besiegelt.


Buenos Aires/ Frankfurt am Main - In drei Jahren bekommt die Frankfurter Buchmesse südamerikanisches Flair. Die Bücherwelt und die Kultur Argentiniens stehen dann im Mittelpunkt. Argentinien hatte sich eigens für dieses Jahr als Ehrengast beworben. Denn 2010 ist für das Land ein ganz besonderes Jahr: 1810 erklärte die spanische Kolonie ihre Unabhängigkeit, die sie allerdings erst sechs Jahre später mit einem Befreiungskrieg tatsächlich erlangte.

Wie die argentinische Regierung vor der Vertragsunterzeichnung heute in Buenos Aires mitteilte, zeigt die Frankfurter Buchmesse mit der Wahl des Gastlandes ihre Wertschätzung für die "große literarische Tradition der argentinischen Schriftsteller". Bekannte argentinische Schriftsteller sind zum Beispiel Jorge Luis Borges (1899 - 1968) und Julio Cortázar (1914 - 1984). Als literarische Talente gelten in ihrer Heimat auch Eduardo Belgrano Rawson, Martín Kohan, Claudia Piñeiro und César Aira.

Seit 1976 waren insgesamt 22 Nationen Gastland in Frankfurt. Argentinien ist nach Mexiko (1992) und Brasilien (1994) nun das dritte südamerikanische Gastland. Erst einmal präsentieren sich in diesem Jahr allerdings die katalanische Kultur, dann die Türkei (2008) und China (2009).

Um den argentinischen Buchmarkt stand es 2002 in Argentinien während der dortigen Wirtschaftskrise nicht gut. Mittlerweile erholt er sich wieder: 2006 gab es insgesamt 19.426 Neuerscheinungen und damit zwölf Prozent mehr als im Jahr zuvor. 2002 waren es nur 9537 gewesen. In Argentinien gibt es etwa 300 Verlage, die meisten in Buenos Aires.

Auf der Frankfurter Buchmesse wird traditionell jedes Jahr der Deutsche Buchpreis vergeben. Nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels haben sich bisher insgesamt 72 Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit zusammen 112 Neuerscheinungen beworben. Am 15. August veröffentlicht eine siebenköpfige Jury eine Vorauswahl aus 20 Titeln. Die letzten sechs Titel sollen einem Monat vor der Preisvergabe am 8. Oktober feststehen.

mzs/ddp/dpa



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