Frankfurter Buchmesse Das sind die 20 wichtigsten Romane des Herbstes

Es ist Herbst, Zeit zum Lesen. Unzählige Neuerscheinungen kommen zur Frankfurter Buchmesse in die Läden. Hier sind die 20 Bücher, die Sie nicht verpassen sollten.

Irina Teodorescu: Große Hoffnung der französischen Literatur
Geraldine Aresteanu

Irina Teodorescu: Große Hoffnung der französischen Literatur

Von Thomas Andre


Manche Leute finden, dass immer die Falschen auf den wichtigen Listen landen. Andererseits bringen literarische Wettbewerbe eben immer Überraschungen mit sich.

Die Literatur war nie eine überraschungsfreie Zone. Man hätte sich etwa denken können, dass der Zeitdiagnostiker und Großschriftsteller Jonathan Franzen von ganzem Herzen Kulturpessimist ist. Aber dass er in seinem neuen, wie stets vorzüglich komponierten Gesellschaftsroman "Unschuld" die Unfreiheit in DDR tatsächlich mit den (angeblich?) totalitären Zügen des Internets gleichsetzt? Da äußert sich eine Skepsis, der man nicht bis ins Letzte folgen muss - im Schutzraum der Literatur ist sie gut aufgehoben. Denn Literatur darf das: Kritik und Ressentiment zu einer steilen These zusammenführen, die im Roman eine teuflische Wirkung entfaltet.

Literatur darf auch Schamgrenzen überwinden und einen einzelnen Mann komplett entblößen. Wenn er es wie im Falle Karl Ove Knausgårds selbst ist, der auf faszinierende Weise sein Leben, Lieben, Streben und Scheitern vor dem Leser ausbreitet . Der Amerikaner Franzen und der Norweger Knausgård sind die zwei Superstars auf unserer literarischen Bestenliste des Buchherbsts. Zu ihnen gesellen sich andere große Namen wie Umberto Eco und Salman Rushdie, aber auch Indie-Hits wie Irina Teodorescu und neue Stimmen wie Miranda July.

2015 war ein Jahr des Abschieds und des Neuanfangs: Günter Grass, dessen letztes Buch wir hier vorstellen, starb ebenso wie die legendären Literaturkritiker Fritz J. Raddatz und Hellmuth Karasek. Angesichts der hochtourigen literarischen Trauerarbeit ist es gut, dass es auch etwas zum Freuen gab: Das "Literarische Quartett" ist wieder da.

Die 20 wichtigsten Romane im Herbst 2015
Irina Teodorescu

Ein Buch wie ein Schlagabtausch: Irina Teodorescu erzählt in "Der Fluch des schnauzbärtigen Banditen" eine aberwitzige Familiensaga. Zu Recht gilt sie als große Hoffnung der französischen Literatur.

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Jonathan Franzen

Ein Mädchen namens Purity und ein Whistleblower mit Mutterkomplex: Jonathan Franzen erzählt in "Unschuld" vom Dunkel der deutschen Vergangenheit und vom falschen Licht der amerikanischen Gegenwart.

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Karl Ove Knausgard

Weil er in seiner autobiografischen Buchreihe so viel von sich verrät, ist der Norweger Karl Ove Knausgård zum Autorenmythos geworden. Sein Programm der totalen Transparenz ist auch in "Träumen" atemberaubend.

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Günter Grass

Bis zu seinem Tod arbeitete Günter Grass an seinem letzten Buch "Vonne Endlichkait". Es ist ein Abschied voller Humor - mit einem Kommentar zur deutschen Gegenwart.

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Monique Schwitter

Monique Schwitter schreibt in "Eins im Andern" unfreiwillig komisch über die Lieben ihres Lebens. Noch komischer: Sie steht damit auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.

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Ulrich Peltzer

Der Freestyler auf der Shortlist: Buchpreisanwärter Ulrich Peltzer setzt in "Das bessere Leben" die global operierenden Spekulanten in Szene. Dabei entsteht ein gegenwartsgesättigtes Wimmelbild.

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Umberto Eco

Kritik an Journalisten ist in Mode. Aber taugt Medien-Bashing auch als literarisches Sujet? Ein Beitrag aus der ersten Ausgabe des LITERATUR SPIEGEL über "Nullnummer", den neuen Roman von Umberto Eco.

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Salman Rushdie

Halb Heldensaga mit Krieg der Welten, Bösewichten und Showdown, halb Liebesgeschichte: Salman Rushdie erzählt in "Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte", wie Fanatiker die Welt aus den Fugen heben.

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Jenny Erpenbeck

Ein gelangweilter Professor im Ruhestand mischt sich unter Asylbewerber: Jenny Erpenbecks neuer Roman "Gehen, ging, gegangen" will die Flüchtlingsdebatte als informative Groteske darstellen, bedient aber nur Wohlstandsbürger-Klischees.

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Gary Shteyngart

Jude, Russe und Amerikaner in einem: Der New Yorker Star-Autor Gary Shteyngart hat mit knapp 40 Jahren seine Memoiren geschrieben. Herausgekommen ist eines der komischsten Bücher dieses Sommers.

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Karl-Heinz Ott

Hätte man mal besser nicht versucht, ihn zu entmündigen: Karl-Heinz Ott erzählt in "Die Auferstehung" von vier Geschwistern, die nach dem Tod des Vaters sehnsüchtig auf ihr Erbe warten. Verfilmung dringend empfohlen.

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Miranda July

Choreografien der Erotik und Gewalt: Die Filmemacherin Miranda July entwickelt so treffend wie kaum eine andere Künstlerin Bilder für menschliche Abgründe. Jetzt hat sie ihren ersten Roman geschrieben.

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Clemens Setz

Der Urtrieb der Rache als Ausgangspunkt einer großen Erzählung: Der Österreicher Clemens J. Setz schreibt in "Die Stunde zwischen Frau und Gitarre" seine Ästhetik des Unheimlichen fort.

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Ilija Trojanow

Ein Geschenk für die deutsche Literatur: Ilija Trojanows großer Roman "Macht und Widerstand" erzählt vom ideologischen Überlebenskampf im Sozialismus. Er hätte dringend auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises gehört.

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Martin Amis

Ein boshafter Nazibonzenklamauk, den sein deutscher Verlag nicht drucken wollte: In "Interessengebiet" erzählt Martin Amis satirisch vom Lieben der SS-Männer. Zum Skandal taugt das Buch trotzdem nicht.

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Tomas Espedal

Die besten Selbsterkunder sind derzeit Norweger: Tomas Espedal erzählt in "Wider die Kunst" von persönlichen Verlusterfahrungen und der Wiedergeburt im Schreiben.

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Patrick Modiano

Gefangen in den Straßen von Paris: In seinem Roman "Damit du dich im Viertel nicht verirrst" ringt Nobelpreisträger Patrick Modiano der Stadt grausame Erinnerungen ab. Der Kern der Welt, im Mikrokosmos freigelegt.

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Mirna Funk

Lola ist Deutsche und Jüdin, aber irgendwie auch keins von beidem. In "Winternähe" schickt Mirna Funk ihre Heldin auf einen aufreibenden Selbstfindungstrip zwischen Berlin und Tel Aviv. Ernst, ironisch, lesenswert.

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Richard Flanagan

Reise in die Hölle: Booker-Preisträger Richard Flanagan setzt in "Der schmale Pfad durchs Hinterland" australischen Soldaten in japanischer Kriegsgefangenschaft ein Denkmal.

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David Lagercrantz

Muss die Stieg-Larsson-Fortsetzung "Verschwörung" von David Lagercrantz wirklich sein? Auch unsere Bestseller-Kolumne hat sich mit dem erfolgreichsten Krimi dieses Herbstes beschäftigt.

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
blaupunktrochen 12.10.2015
1. Unterhaltungsliteratur
Es muss ja nicht immer schwere Kost sein! Wer sich als Science Fiction Leser gut unterhalten lassen möchte, sollte unbedingt den Überraschungserfolg eines (noch) unbekannten deutschen Autors auf seine Leseliste setzen: DER LEVIATHAN - Erster Band des Ek´Thal-Zyklus http://www.amazon.de/gp/product/B015MCS50M
belisarius_d 12.10.2015
2. Aus der Liste
Werde ich mir wohl den Trojanow holen. Eco ist zwar auch immer interessant, aber letzten Endes doch oft sehr "kopfschmerzbereitend" geschrieben. Was auch erst letztens herausgekommen und sehr gut ist: Die deutsche Übersetzung zu "Meijin" von Kawabata (dem leider schon lange verstorbenen jap. Nobelpreisträger) über Tradition und Moderne im Japan der 1930er anhand des letzten Go Spieles von Hon'inbo Shusai.
ichmagsport 12.10.2015
3. Alles klar
Und wo bleibt Sebastian Niedlich?
Mann von Nebenan 12.10.2015
4. Ali Mitgutsch Herzanzünder
Und wo bleiben die Kindheitserinnerungen vom Wimmelbuchzeichner Ali Mitgutsch: "Herzanzünder - Mein Leben als Kind"?
frankbuddrus 12.10.2015
5. Kleiner Johann
noch für kurze Zeit kostenlos unter http://www.amazon.de/dp/B013I1QYL6
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