Literaturnobelpreisträger Schriftsteller Gabriel García Márquez ist tot

Der kolumbianische Schriftsteller Gabriel García Márquez ist tot. Der 87-Jährige Literaturnobelpreisträger starb in seinem Haus in Mexiko-Stadt. Er ist einer der meistgelesenen Schriftsteller Lateinamerikas und gehört zu den Begründern des "Magischen Realismus" in der Literatur.

AFP

Mexiko-Stadt - Der kolumbianische Schriftsteller und Nobelpreisträger Gabriel García Márquez ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Mexiko-Stadt.

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos zeigte sich schockiert. "Tausend Jahre Einsamkeit und Trauer angesichts des Todes des größten Kolumbianers aller Zeiten", schrieb der Staatschef auf Twitter. "Solidarität und Beileid für die Familie."

Wegen einer schweren Lungenentzündung war García Márquez Anfang April rund eine Woche lang in einem Krankenhaus in Mexiko-Stadt behandelt worden. Seine Familie sprach von einer Vorsichtsmaßnahme. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums musste er allerdings auch nach seiner Entlassung noch künstlich beatmet werden. Sein Zustand sei "stabil", aber aufgrund seines hohen Alters bestehe die Gefahr von "Komplikationen", erklärte seine Familie noch am Montagabend.

García Márquez hat unter anderem die Werke "Hundert Jahre Einsamkeit" und "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" verfasst. Er gilt als meistgelesener Schriftsteller Lateinamerikas und gehört zu den Begründern des "Magischen Realismus", der er mit seiner opulenten und bildgewaltigen Sprache populär machte. Seine Bücher wurden weltweit millionenfach verkauft; allein "Hundert Jahre Einsamkeit" wurde in 25 Sprachen übersetzt und 50 Millionen Mal verkauft.

Anfang März trat García Márquez zum letzten Mal öffentlich auf

Besonders auch in Deutschland hat García Márquez viele Fans. Seine Literatur öffnete Generationen das Tor zu seiner Heimat Kolumbien und Lateinamerika. Den Literaturnobelpreis erhielt er 1982.

Wie viele seiner lateinamerikanischen Kollegen begann auch García Márquez seine Laufbahn als Journalist. "Ich bin ein Journalist. Und ich werde immer ein Journalist bleiben", sagte er einmal. Immer wieder äußerte sich früher auch in Essays und Zeitungsartikeln zu aktuellen politischen Fragen Lateinamerikas. Er war bis in die 1990er Jahre einer der führenden Linksintellektuellen der Region und blieb immer ein erklärter Freund des kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro.

García Márquez wurde am 6. März 1927 in Aracataca in der kolumbianischen Karibikregion geboren, lebte aber seit drei Jahrzehnten in der mexikanischen Hauptstadt. 1958 heiratete er Mercedes Barcha Pardo, eine Nachbarin aus Kindertagen. Er hinterlässt zwei Söhne.

In den vergangenen Jahren hatte sich der Schriftsteller aus gesundheitlichen Gründen mehr und mehr zurückgezogen. Die wenigen Male, die er an Veranstaltungen teilnahm, wirkte er sehr gebrechlich. 1999 war García Márquez an Krebs erkrankt, später teilte sein Bruder mit, er leide an Altersdemenz.

Zuletzt war García Márquez an seinem Geburtstag Anfang März öffentlich aufgetreten. Vor seinem Haus begrüßte er Journalisten, äußerte sich allerdings nicht. Die Reporter sangen ihm ein Ständchen.

lgr/Reuters/AP/dpa



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