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Wichtigste deutsche Literaturauszeichnung: Jürgen Becker erhält Büchner-Preis

Schriftsteller Jürgen Becker: "Alltäglich erlebte Welt auf neue Weise sichtbar" Zur Großansicht
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Schriftsteller Jürgen Becker: "Alltäglich erlebte Welt auf neue Weise sichtbar"

Traditionspflege beim Georg-Büchner-Preis: Mit dem 81-jährigen Schriftsteller Jürgen Becker erhält ein leiser literarischer Veteran der alten Bundesrepublik die höchste Auszeichnung der deutschsprachigen Literatur.

Hamburg/Darmstadt - Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis 2014 an den Schriftsteller Jürgen Becker. Der Preis wird am 25. Oktober in Darmstadt verliehen.

In ihrer Begründung bezeichnete die Jury Becker als "eine maßgebliche Stimme der zeitgenössischen Poesie". Der 81-Jährige habe in seinem über Jahrzehnte gewachsenen Werk die Gattungsgrenzen von Lyrik und Prosa neu vermessen. Seine Gedichte lebten von einer sensiblen, sinnlichen, neugierigen Weltzugewandtheit und einer vollendeten, dabei ganz unaufdringlichen Sprachkunst. Die Jury würdigt Becker vor allem als Lyriker: "Seine Gedichte machen unsere alltäglich erlebte Welt auf neue Weise sichtbar und unvergesslich."

In einem Interview sagte Becker selbst über seine literarische Arbeit, ihm sei "ein Schreiben wichtig, das nicht vorbestimmt ist durch irgendeine Gattung. So kann ich nach wie vor mein Schreiben nicht definieren: Je nach Impuls entsteht ein Text, der lyrisch oder erzählerisch ist." Die für ihn typische Form der Journale erklärte Becker mit den Worten, das journalhafte Schreiben bedeutete für ihn, "eine Art Chronik der vergehenden Augenblicke zu schreiben".

Fast wie eine Definition seines Werks wirken da Zeilen aus Beckers Gedicht "Wiederholtes Konzept":

"...Also noch einmal, es geht
um die Wiedergabe der Augenblicke, die plötzlich
etwas unterbrechen ... so scheint es, wenn auch
die beiden Krähen jetzt unbewegt verharren
über dem frisch gepflügten Feld."

Jürgen Becker wurde 1932 in Köln geboren. Er arbeitete für den WDR, den Rowohlt-Verlag und Suhrkamp. Lange Jahre leitete er die Hörspielredaktion des Deutschlandfunks in Köln.

Seine ersten Prosabände "Felder", erschienen 1964, und "Ränder" machten Becker zunächst als Autor experimenteller Texte bekannt, bevor er als Lyriker hervortrat. Zu seinem weiteren Werk gehören unter anderem die Bände "Das Ende der Landschaftsmalerei", das "Journal der Wiederholungen" und die Romane "Aus der Geschichte der Trennungen" und "Schnee in den Ardennen."

Der Georg-Büchner-Preis gilt als wichtigste Auszeichnung für deutschsprachige Literatur. 2013 ging er an die Autorin Sibylle Lewitscharoff, im Jahr davor an Felicitas Hoppe.

sha

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Nichtsnutzig....
Antoninus 30.05.2014
Ich kenne keinen langweiligeren Autor als Becker. Selbst sein Lebensroman "Aus der Geschichte der Trennungen" ist pure Nichtsnutzigkeit. Sein einzig überliefertes Zitat - „Die Erinnerung gibt es nicht, man muss sie herstellen“ - habe ich für mich und andere Leser verändert: Die Erinnerung an ihn muss man herstellen. Frage: Ein Autor wie Franz Hohler bekommt keinen Georg-Büchner-Preis? Oh, ja, wenn er Fancine, pardon: Francine hieße...
2. Ach bitte...
Ariane 12 30.05.2014
Wegen des letzten Satzes von Antoninus habe ich mir die Mühe gemacht, einmal zu zählen, wie viele Autorinnen den - jährlich verliehenen - Büchnerpreis in den letzten dreißig Jahren gewonnen haben. Bin auf sechs gekommen. Echt wenig. Also Ball flach halten...
3. Weibliches?
Antoninus 30.05.2014
@ 2): Zählen Sie mal in den letzten 20 Jahren die "bebüchnerten" Dichterinnen: Bis auf Sarah Kiisch gebe ich auf keine dieser Weiblichkeiten einen literarischen Pfifferling. Bei "Frau Lewitscharoff" fehlt jegliches Verständnis, jegliches Interesse für Georg Büchner. Aber sie nimmt das Geld (mit einer miefigen Rede).
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