Gerichtsurteil Harry Potter darf zurück in die Bibliothek

Mit Hilfe eines Bundesrichters kehrt der Zauberschüler Harry Potter in die Bibliotheken eines Schulbezirks im US-Staat Arkansas zurück. Im Juni vergangenen Jahres waren die Bücher verbannt worden, weil sie Kinder angeblich zur Rebellion gegen ihre Eltern aufriefen.


Harry und seine Freunde: Bei diesen dreien fürchten Eltern um ihre Autorität
Warner Bros.

Harry und seine Freunde: Bei diesen dreien fürchten Eltern um ihre Autorität

Little Rock – Im Juni erscheint der fünfte Harry-Potter-Band, und auch diesmal warten wieder Millionen Leser sehnsüchtig auf neue Geschichten aus der Zauberschule Hogwarts. Trotz des großen Erfolges hatte es vor allem in Amerika immer wieder Diskussionen um die Kinderbücher gegeben. Ein Richter im US-Bundesstaat Arkansas ordnete jetzt an, die bisher erschienen vier Bücher von J. K. Rowling über den kleinen Magier müssten in den Bibliotheken wieder für alle Schüler zur Verfügung stehen. Der Schulbezirk hatte im Juni 2002 entschieden, dass die Kinder für das Ausleihen eines Harry-Potter-Bandes die schriftliche Erlaubnis ihrer Eltern benötigen.

Die Eltern der vierjährigen Dakota reichten Klage gegen den Beschluss ein. Sie befürchteten, ihr Kind könne von Mitschülern geschnitten werden, wenn es ein Buch ausleihe, das der Bezirk als gefährlich einstufe. Die Eltern erhielten Unterstützung von Bürgerrechtsorganisationen und der Kinderbuchautorin Judy Blume, die sich über die vom Bezirk ausgeübte Zensur beklagte. Der Schulbezirk hatte den Zugang zu den Harry-Potter-Büchern auf Antrag eines Elternpaares beschränkt und erklärt, die Geschichten forderten Kinder auf, gegen Autorität zu rebellieren, und verbreiteten okkulte Botschaften.

Eine Sprecherin des Scholastic-Verlags, der die Potter-Serie in den USA veröffentlicht, sagte: "Wir sind stolz darauf, die Harry-Potter-Bücher im Programm zu haben. Wir glauben, dass sie von Gut und Böse handeln, und halten nichts von Zensur.“



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