Büchner-Preisträger Gottfried Benn Postkarte deutet auf Sterbehilfe hin

Er habe seiner Frau ein Versprechen abgenommen - es werde jetzt "alles rasch zu Ende gehen". Das schrieb der Schriftsteller Gottfried Benn nach SPIEGEL-Informationen 1956 einem Freund.

Schriftsteller Gottfried Benn
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Schriftsteller Gottfried Benn


Der Dichter und Büchner-Preisträger Gottfried Benn (1886 bis 1956) hat von seiner letzten Ehefrau, der Zahnärztin Ilse Benn, wahrscheinlich Sterbehilfe bekommen.

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Heft 11/2016
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Nach Informationen des SPIEGEL wurde die Abschrift einer Postkarte gefunden, die der Dichter Benn seinem Freund, dem Bremer Kaufmann Friedrich Wilhelm Oelze, kurz vor seinem Tod geschrieben hat. Auf der Postkarte vom 16. Juni 1956 heißt es: Er habe seiner Frau das Versprechen abgenommen, dass sie ihm die letzte Zeit erleichtern werde, und fügt hinzu, "es wird alles rasch zu Ende gehen".

Der Text dieser Karte wird in dem in diesen Tagen erstmals erscheinenden Briefwechsel zwischen den beiden abgedruckt. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Die Germanisten Harald Steinhagen, Stephan Kraft und Holger Hof haben die Korrespondenz, von der bislang nur die Briefe Benns veröffentlicht waren, neu herausgegeben.

Benn, einer der bekanntesten und wichtigsten deutschsprachigen Lyriker des 20. Jahrhunderts und hauptberuflich Arzt in Berlin, war Anfang 1956 schwer erkrankt. Er starb am 7. Juli 1956, wenige Stunden nachdem er die endgültige Diagnose Knochenkrebs erfahren hatte.

Der Bestsellerautor Florian Illies schreibt im SPIEGEL zu dem Fund: Natürlich habe die Ärztin Ilse Benn gewusst, wie man mit Morphium umgehe. Auch, wie man überdosiere.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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