Griechenland Schriftsteller Koumandareas ermordet aufgefunden

Der griechische Schriftsteller Menis Koumandareas ist ermordet in seiner Wohnung in Athen aufgefunden worden. Der 83-Jährige verfasste zahlreiche Romane und Essays, die in viele Sprachen übersetzt wurden.


Athen - Der griechische Schriftsteller Menis Koumandareas ist tot. Der 83-jährige Autor sei am Samstag tot in seiner Wohnung in Athen aufgefunden worden, teilte die Polizei mit. Die Ermittler gehen von einem Mord aus: Koumandareas wies Verletzungen an Hals und Gesicht auf. Der Autor verfasste rund 20 Romane sowie Erzähl- und Essaybände, die mehrfach ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden.

Nach Angaben der Polizei wies seine Leiche Hinweise auf Ersticken auf. Den ersten Ermittlungsergebnissen zufolge war er am Freitagabend in seinem Viertel nahe der Athener Innenstadt mit einigen Freunden unterwegs. Was danach geschah, ist bisher unklar.

Koumandareas arbeitete für Reedereien und Versicherungskonzerne, bevor er sich ganz der Literatur widmete. Der Autor, der Athen nur selten verließ, erhielt zweimal den Staatlichen Romanpreis.

Seine Werke wie "Glasfabrik", "Das Trikot mit der Neun" und "Mein fantastischer Frisiersalon" drehen sich vielfach um die Athener Mittelklasse in der Nachkriegsgesellschaft. Koumandareas, der einen klaren und einfachen Stil pflegte und als Vertreter des sozialen Realismus galt, machte sich auch als Übersetzer von englischsprachigen Autoren wie Scott Fitzgerald, William Faulkner und Ernest Hemingway einen Namen.

anr/AFP

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