Barlach zum Suhrkamp-Streit: "Ein Unding, was hier passiert"

Hans Barlach will den Rechtsstreit mit den Suhrkamp-Mehrheitsgesellschaftern nur dann aussetzen, wenn die Geschäftsführung um Ulla Unseld-Berkéwicz ausgewechselt wird, sagte er dem SPIEGEL. Die Autoren des Verlags versucht er mit einem Appell zu beruhigen.

Suhrkamp-Mitbesitzer Hans Barlach (Archivfoto von 1999): "So ein Verlag gehört in gute Hände." Zur Großansicht
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Suhrkamp-Mitbesitzer Hans Barlach (Archivfoto von 1999): "So ein Verlag gehört in gute Hände."

Vor dem Termin am Frankfurter Landgericht am kommenden Mittwoch, bei dem möglicherweise ein Urteil über die Zukunft der Suhrkamp-Verlagsgruppe gesprochen wird, äußert sich Hans Barlach, Minderheitsgesellschafter der Gruppe, in einem SPIEGEL-Interview. "So ein Verlag gehört in gute Hände." Deshalb könne er sich "vorstellen, dass die Familienstiftung ihre Mehrheit abgibt" und auch die Medienholding AG ihre Anteile soweit abgebe, "um einem Dritten, einem sogenannten weißen Ritter, die Mehrheit zu verschaffen".

Wer dies sein könnte, wollte Barlach jedoch nicht sagen. Barlach hält mit seiner Medienholding AG 39 Prozent an der Verlagsgruppe, Ulla Unseld-Berkéwicz mit der Siegfried und Ulla Unseld Familienstiftung 61 Prozent. Barlach weiter: Es sei "ein Unding, was hier passiert". Durch "unseren Streit" - die langjährigen juristischen Auseinandersetzungen der Gesellschafter - "wird der Verlag beispiellos destabilisiert".

Eine Chance dafür, das Verfahren auszusetzen, gebe es nur, so Barlach, wenn "die Geschäftsführung ausgewechselt wird". Zur dreiköpfigen Geschäftsführung gehört Ulla Unseld-Berkéwicz. Beide Seiten klagen gegenseitig auf Ausschluss.

Gefragt nach einer Prognose für die Entscheidung am Mittwoch, antwortet Barlach: "Im Zweifel war die Familienstiftung seit langem schlecht beraten." Die bisherigen juristischen Erfolge seiner Medienholding AG gegen die Stiftung könnten darauf hinweisen, "dass all diese Tricks und juristischen Schikanen der Familienstiftung auf die Füße fallen könnten".

Barlach, der von prominenten Suhrkamp-Autoren wiederholt öffentlich kritisiert worden war, appelliert im SPIEGEL an diese Schriftsteller: "Ich habe Ihre Sorgen verstanden und kann Ihnen versichern, dass ich alles dafür tun werde, damit die gerichtlichen Auseinandersetzungen, die uns als Mitgesellschafter aufgezwungen wurden, am Ende nicht den Fortbestand des Verlags gefährden."

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