Science-Fiction-Autor Harlan Ellison ist tot

Sein Antrieb war die Wut - 50 Bücher und über 1000 Texte und Drehbücher aus der Welt der Science-Fiction verfasste Harlan Ellison. Jetzt ist der Autor von "Der Junge und sein Hund" mit 84 Jahren gestorben.

Harlan Ellison (im Jahr 1977 in Boston)
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Harlan Ellison (im Jahr 1977 in Boston)


Er schrieb Kurzgeschichten und Romane, Drehbücher und Filmkritiken, er arbeitete als Produzent und stellte Anthologien zusammen: Harlan Ellison war in ganz unterschiedlichen Bereichen aktiv - aber immer gab es ein übergeordnetes Thema: Science-Fiction. Zukunftswelten, Weltraumreisen und düstere Prognosen für das Morgen bestimmten sein umfassendes Werk. Insgesamt soll es sich auf 50 Bücher und 1400 Artikel, Essays und Drehbücher belaufen.

Ellison wurde in Cleveland geboren, seine Kindheit wurde von der Erfahrung geprägt, als einziges jüdisches Kind der Nachbarschaft den Angriffen und Herabsetzungen von Gleichaltrigen ausgesetzt zu sein. Schon damals gab er ein Sci-Fi-Fanzine heraus, später schrieb er in New York Storys für Groschenmagazine. Seinen ersten Roman, "Web in the City", verfasste Harrison Anfang 20, während er als Soldat in Fort Knox arbeitete.

Eine seiner berühmtesten Kurzgeschichte ist "Der Junge und sein Hund", ein apokalyptisches Szenario, das vom Überleben nach dem Atomkrieg erzählt. Die Story spielt in der verwüsteten US-Stadt Phoenix, wo ein gnadenloser Krieg um die letzten Nahrungsmittel tobt. Sie wurde 1975 mit dem jungen Don Johnson in der Hauptrolle verfilmt.

Von "Outer Limits" bis "Twilight Zone"

Ellison war eng verbandelt mit dem Film- und Fernsehbetrieb. Mitte der Sechzigerjahre produzierte er Folgen der Sci-Fi-Reihe "The Outer-Limits", zeitgleich arbeitete er an Drehbüchern für die "Star Trek"-Reihe. Später, in den Achtzigerjahren, war er an der Neuauflage von "The Twilight Zone" beteiligt.

Bei allem Enthusiasmus stand Ellison der Welt des TV und des Kinos zeitlebens sehr distanziert gegenüber. Immer wieder schrieb er Artikel, die das Business kritisch unter die Lupe nahmen. Für Furore sorgten seine Verrisse der Kino-Blockbuster "Krieg der Sterne" und "Star Trek: Der Film".

Als Antrieb für sein ausladendes Werk machte Ellison seine Abneigung gegen den Rest der Welt aus. In einem Interview sagte er einmal: "Ich gehe abends wütend ins Bett und wache am nächsten Morgen noch wütender auf." Legendär ist der Streit, den er mit Frank Sinatra gehabt hat, als er sich von dem Gesangsstar beim Billard gestört fühlte. Der Romancier und Gesellschaftsreporter Gay Talese hat diese Begegnung in einem Porträt über Sinatra festgehalten.

Wie das Büro des Autors der Nachrichtenagentur Associated Press bestätigte, starb Harlan Ellison am Mittwoch. Er wurde 84 Jahre alt.

cbu/AP

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