Sommermärchen-Recherche SPIEGEL-Team bekommt Henri-Nannen-Preis

Der SPIEGEL ist mit dem Henri-Nannen-Preis für die "Beste Investigation" ausgezeichnet worden. Die Jury hat damit die investigative Leistung im Zusammenhang mit der Fußball-WM 2006 geehrt.

SPIEGEL-Team bei der Preisverleihung
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Der Henri-Nannen-Preis in der Kategorie "Beste Investigation" geht in diesem Jahr an den SPIEGEL für die Reportage "Sommer, Sonne, Schwarzgeld".

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Im Oktober 2015 enthüllte der SPIEGEL, dass die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2006 mutmaßlich gekauft war. Die Recherchen belegten die Existenz einer schwarzen Kasse für Schmiergelder. Die Berichte setzten den Deutschen Fußball-Bund (DFB) unter Druck und führten etwa zum Rücktritt des Präsidenten Wolfgang Niersbach. Auch Franz Beckenbauer muss sich im Zusammenhang mit der Affäre verantworten.

Lesen Sie hier die SPIEGEL-Titelgeschichte (43/15): "Das zerstörte Sommermärchen"

Lesen Sie hier die SPIEGEL-Titelgeschichte (44/15): "Der Fall DFB"

Mit dem Henri-Nannen-Preis werden die besten journalistischen Arbeiten des Vorjahres geehrt. Das Verlagshaus Gruner + Jahr und das Magazin "Stern" verleihen den Medienpreis in sechs Kategorien. 2015 entschlossen sich die Stifter, den Preis aufgrund der Medienkrise auszusetzen.

Die Gewinner der weiteren Kategorien im Überblick:

Beste Reportage: "Stern"-Reporter Jan Christoph Wiechmann wurde für seinen Beitrag "Drei Krieger" ausgezeichnet. In der Reportage beschreibt er aus drei Perspektiven, was der Krieg in Afghanistan aus drei Männern machte - einem Taliban, einem Bundeswehrsoldaten und einem Piloten des US-Militärs.

Beste Fotoreportage: Dieser Preis ging an Arne Svenson. In "Die Welt ist mir zuviel" für das "Zeit Magazin" fing er Mitmenschen durchs Fenster ein, ohne ihre Gesichter zu zeigen. "Ich habe sie nicht verletzt", sagte Svenson, der seine Nachbarn nicht in sein Projekt eingeweiht hatte.

Web-Reportage: Ein Team der "Berliner Morgenpost" hat die sozialpolitischen Gegensätze Berlins anhand einer Buslinie beschrieben und wurde nun dafür geehrt. Die Jury sagte, durch "M29 - Berlins Buslinie der großen Unterschiede" würden die Kontraste zwischen arm und reich lebendig, spielerisch und pfiffig vermittelt.

Beste Dokumentation: Wolfgang Bauer gewann diese Auszeichnung für seinen Beitrag im "Zeit Magazin" über traumatisierte Frauen in Nigeria, die von der Terrormiliz Boko Haram gefangen gehalten wurden. "Präzise, umfangreich und von hoher politischer Relevanz", urteilte die Jury.

Beste Inszenierte Fotografie: Zwei Fotografen - Adrian Sonderegger und Jojakim Cortis - stellten Ereignisse nach, die sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben; darunter etwa die Terroranschläge auf das World Trade Center. Die Fotografien erschienen in "Geo" unter dem Titel "Trauen Sie ihren Augen nicht!".

kry/aar/dpa



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