Ira Levin Autor von "Rosemary's Baby" gestorben

Das Werk gilt als ein Klassiker der modernen Horror-Literatur: Mit seinem Satanismus-Thriller "Rosemary's Baby" kam Ira Levin zu Weltruhm. Jetzt ist der US-Autor im Alter von 78 Jahren gestorben.


New York - Er schrieb wenig, aber dafür umso erfolgreicher. Obwohl Levin in vier Jahrzehnten nur sieben Romane schrieb, deckte er eine Reihe literarischer Genres ab und erreichte Millionenauflagen. Mehrere seiner Bücher dienten als Vorlage für Hollywood-Verfilmungen. Wie die "New York Times" am Dienstag unter Berufung auf Levins Sohn Nicholas berichtete, starb der Autor bereits am Montag in seiner Wohnung in Manhattan.

Autor Levin: Rasante Erzählweise, klug konstruierte Plots
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Autor Levin: Rasante Erzählweise, klug konstruierte Plots

Zu Levins bekanntesten Werken gehört der Roman "Rosemary's Baby" (1967), der von Roman Polanski mit Mia Farrow in der Hauptrolle verfilmt wurde. Er erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die unter den Einfluss einer Gruppe von Satanisten gerät und unter geheimnisvollen Umständen schwanger wird. Levins Thriller "The Stepford Wifes" (1972) wurde bereits zweimal verfilmt, zuletzt 2004 mit Nicole Kidman in der Hauptrolle. Einem breiten Publikum bekannt wurde auch Levins "The Boys From Brazil" (1976; verfilmt 1978 mit Gregory Peck und Laurence Olivier). In dem Buch will eine Gruppe von nach Südamerika geflohenen Nazis um den berüchtigten KZ-Arzt Josef Mengele einen Adolf-Hitler-Klon in die Welt setzen.

Levin wurde am 27. August 1929 in New York geboren. Er wuchs in der Bronx und in Manhattan auf, studierte dann in Iowa und an der New York University und diente nach der Universität Anfang der fünfziger Jahre in der Armee. Zunächst arbeitete er für das Fernsehen, bevor ihm 1953 mit seinem ersten Roman "Ein Kuss vor dem Tode" der Durchbruch gelang. Das Buch wurde 1954 mit dem Edgar Award der Mystery Writers of America als bestes Debüt ausgezeichnet.

Der Autor galt nicht unbedingt als herausragender Stilist. Seine Stärke lag in der handwerklich sauberen Konstruktion von Thrillern, die eine rasante Erzählweise, klug konstruierte Plots und überraschende Wendungen vereinten.

Wegen seines großen Erfolges mit "Rosemary's Baby" plagte ihn später im Leben auch ein schlechtes Gewissen. "Ich fühle mich schuldig dafür, dass 'Rosemary's Baby' direkt weiter zu 'The Exorcist" und 'The Omen' führte", sagte er der "Los Angeles Times" im Jahr 2002. "Eine ganze Generation ist so dem Satan ausgesetzt worden, glaubt jetzt an ihn. Ich glaube nicht an an Satan. Und ich denke, dass der gegenwärtige Fundamentalismus nicht so stark wäre, wenn es nicht so viele Bücher dieser Art gäbe."

So sehr ihn das aber auch bekümmert haben mag, am Ende blieb Levin doch Pragmatiker: "Ich habe nie einen Scheck zurückgeschickt."

tdo/mit Material von AFP



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