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08. Januar 2008, 13:31 Uhr

Irischer Schriftsteller und Philosoph

John O'Donohue ist tot

Er schrieb über Schönheit und keltische Weisheit und galt zugleich als dialektisch geschulter Hegel-Kenner. Mit nur 53 Jahren verstarb der irische Schriftsteller und Philosoph John O'Donohue überraschend bei einem Frankreich-Urlaub.

München/Hamburg - Der Tod kam früh, zu früh: Wie der Deutsche Taschenbuch-Verlag mitteilte, starb der irische Schriftsteller und Philosoph John O'Donohue bereits in der Nacht des 3. Januars während eines Urlaubs in Frankreich. O'Donohue wurde 53 Jahre alt.

Philosoph O'Donohue: Überraschender Tod mit 53 Jahren
dtv

Philosoph O'Donohue: Überraschender Tod mit 53 Jahren

Sein Werk verband keltisches und christliches Gedankengut. Vor allem sein Buch "Anam Cara. Das Buch der keltischen Weisheit" war ein Bestseller. Allein die deutschsprachige Ausgabe verkaufte sich laut Verlag mehr als 100.000 Mal. 2007 erschien in Deutschland sein Buch "Vom Reichtum des Lebens" über die Kunst, "das Schöne sehen zu lernen".

O'Donohue sprach fließend deutsch. Er hatte einst in Tübingen studiert und 1990 über Hegel promoviert.

Der Schriftsteller stammte aus einem Bauerndorf in Connemara, einer kargen Gegend im Westen Irlands. In seinen Werken griff O'Donohue die Abläufe des Lebens auf und die Stellung des Individuums in diesen Abläufen.

"Die Seele des Menschen dürstet nach Schönheit; wir suchen sie in allem - in Landschaft, Musik, Kunst, Kleidung, Möbeln, Gärten, Freundschaft, Liebe, Religion und in uns selbst", so O'Donohue. Über seine Heimat sagte er, sie sei "vielleicht kein Platz zu bleiben; aber wohl, um sich zu finden".

hoc/dpa

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