Georg-Büchner-Preis für Jan Wagner "Noch das Geringste kann zum Gedicht werden"

Im Staatstheater Darmstadt ist dem Lyriker Jan Wagner die renommierteste Literaturauszeichnung Deutschlands verliehen worden: der Georg-Büchner-Preis. Gelobt wurden seine "Sprachfreude" und "Formbeherrschung".

Jan Wagner im Staatstheater Darmstadt
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Jan Wagner im Staatstheater Darmstadt


Der Lyriker Jan Wagner hat den renommierten Georg-Büchner-Preis verliehen bekommen. Dem 46-Jährigen wurde die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung am Samstag in Darmstadt überreicht. Die Gedichte des in Berlin lebenden Autors "vereinen spielerische Sprachfreude und meisterhafte Formbeherrschung", begründete die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung bei ihrer Feier im Staatstheater. Der Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Er wurde zum 66. Mal vergeben.

Im vergangenen Jahr erhielt der Lyriker und Romancier Marcel Beyer die Auszeichnung. Zur langen Reihe der Geehrten zählen bekannte Autoren wie Erich Kästner (1957), Günter Grass (1965), Heinrich Böll (1967), Friedrich Dürrenmatt (1986) und Sibylle Lewitscharoff (2013) sowie Jürgen Becker (2014) und Rainald Goetz (2015).

Das Werk Wagners umfasst laut Akademie Gedichtbände, Essays und Kritiken, Anthologien und Übersetzungen zeitgenössischer englischsprachiger Lyrik. Seine Gedichte seien in rund 30 Sprachen übersetzt worden. Er erhielt schon zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 2015 den Preis der Leipziger Buchmesse in der Sparte Belletristik für seinen Gedichtband "Regentonnenvariationen" (2014). Im vergangenen Jahr erschien "Selbstporträt mit Bienenschwarm. Ausgewählte Gedichte 2001-2015".

"Poetische Sprachkunst"

"Entstanden im Dialog mit großen lyrischen Traditionen" seien seine Gedichte "doch ganz und gar gegenwärtig", hieß es zur Verleihung weiter. "In neugierigen, sensiblen Erkundungen des Kleinen und Einzelnen, mit einer wachen Aufmerksamkeit für die Phänomene des Lebens- wie der Zeitgeschichte schärft seine poetische Sprachkunst unser Denken und unsere Wahrnehmung der Welt."

Jan Wagner ging auf seine Arbeit ein: "Ich mache Verse aus der Überzeugung heraus, dass noch das Geringste zum Gedicht werden kann und, hat man Auge und Ohr, ein Gedicht die komplexesten Dinge in sich birgt." Ein gelungenes Gedicht lade "unwiderstehlich dazu ein, die Welt neu zu sehen und damit neu zu denken".

Neben dem Büchner-Preis wurden noch zwei andere Auszeichnungen verliehen, jeweils mit 20.000 Euro dotiert. Den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa erhielt die Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger (62), Professorin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay wurde Jens Bisky ausgezeichnet. Der 51-Jährige ist Feuilletonredakteur der "Süddeutschen Zeitung".

feb/dpa

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insgesamt 1 Beitrag
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zeloft 29.10.2017
1. Armseligkeit überall
sowohl beim Preisträger als auch der Jury. Der Fisch stinkt vom Kopf her: erst verfällt die Kultur, dann kommt der Rest von allein.
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