Jugendroman "Es war einmal Indianerland" Blitz. Donner. Ruhe.

Erwachsenwerden ist eh schon schwierig. Blöd, wenn man währenddessen auch noch von einem Mord erfährt und von einem Indianer verfolgt wird. Nils Mohl hat einen Roman wie ein Unwetter geschrieben über das Erwachsenwerden in der Vorstadt.

Autor Nils Mohl: Sein Protagonist hat genug Probleme für ein ganzes Leben
Steffi Mohl

Autor Nils Mohl: Sein Protagonist hat genug Probleme für ein ganzes Leben

Von Sebastian Stier


Erwachsenwerden ist das reinste Gewitter. Einmal aufgezogen prasseln pausenlos Probleme auf einen ein: Was ist Liebe? Wem kann man vertrauen? Wie soll man sich entscheiden? Und in Ausnahmefällen auch: Warum zum Teufel wird man auf einmal von einem Indianer verfolgt?

Genau das geschieht dem Protagonisten des Buches "Es war einmal Indianerland" von Nils Mohl. Der Protagonist hat keinen Namen, das aber trübt keineswegs sein Profil. Er ist kurz davor tief zu fallen und setzt alles daran sich zu fangen. Und Mohls Einblick in die zerrissene Gedankenwelt des Jugendlichen ist außergewöhnlich und ausgezeichnet. Und das liegt daran, dass das Buch wie das Erwachsenwerden selber ist: Harte Szenenwechsel schlagen ein wie ein Unwetter. Ein Blitz. Ein Donner. Und was am Ende bleibt, das ist die Ruhe. Die Ruhe nach dem Sturm. Überwältigend und völlig unerwartet.

Die Hauptfigur wohnt am Rande der Großstadt. Dort boxt er, und dort verliebt er sich in Jackie, das reiche Mädchen mit dem fuchsroten Haar. Und dann lebt dort auch Zöllner, ein Ersatzvater, der ihm eines Tages gesteht, seine Frau umgebracht zu haben. Alles geht so schnell. Und plötzlich ist Mohls Erzähler erstens der Einzige, dem Zöllner seine Tat gestanden hat. Und zweitens der einzige Junge aus der Vorstadt in Jackies ganzem Freundeskreis. Zöllner flieht, Jackie will unbedingt zu diesem Powwow, einem Indianer-Festival in Grenznähe. Aber für einen Boxer ist so ein Festival Zeitverschwendung. Andererseits wäre es eine Chance, Jackie nahezukommen. Wenn es da nicht auch noch Edda gäbe, die Sympathische aus der Videothek.

Gut, die erste Begegnung war etwas merkwürdig: eine Postkarte, die mit "Ameise E" unterzeichnet war und eine seltsame Forderungen für ein Treffen, von wegen "20 Uhr, direkt unter deinem Fenster. Ich binde mir die Schuhe!". Dennoch, mit ihr kann er über alles reden, seine Schwächen zeigen. Jackie oder Boxen oder Edda? Wo ist Zöllner? Und was will der Indianer mit der Adlerfederkrone?

Das wären locker genug Probleme für ein ganzes, langes Leben, aber Mohl lässt seinem Jugendlichen nur zwölf Tage Zeit. Viel zu kurz. Alles ist kurz an diesem Buch: Die Sätze knallen, sind manchmal nur Aufzählungen, Gedankenblitze, das Buch rast, die Zeit rast. Zwölf Tage Ferien, um alles aufzuarbeiten, um alle Probleme zu lösen und alle Beziehungen zu klären und, ach ja, um erwachsen zu werden. Peng.

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insgesamt 4 Beiträge
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Rockaxe 27.06.2011
1. Selten
eine so verquaste, nichtssagende und sinnleere Rezenssion bzw. Beschreibung eines Buches gelesen. Soll dies nun eine "Warnung" vor dem Roman sein, oder ein "Appetizer"? Also weder Fleisch noch Fisch, wie ich finde. Da wird aber auch Null Interesse geweckt, da nichts aufgezeigt wird, warum es sich lohnen sollte dieses Buch zu lesen.
duffybarracuda, 27.06.2011
2. v
geht mir ähnlich wie meinem Vorrednder - wäre beim Lesen des Einbandes jetzt sicherlich schlauer, als nach dem Lesen dieser Rezension.
Kunstbanause 27.06.2011
3. Nun...
Ich habe dieses grandiose Buch gelesen - und für die Magazine noisyNeighbours (März-Heft #32) und multimania (ebenfalls Märzheft) rezensieren dürfen. Die Rezension passt sehr gut zum Buch. Man muss es allerdings gelesen haben, um das festzustellen. Sowieso finde ich es angenehm, mal eine etwas andere Rezension zu lesen und nicht stets diese Inhaltsangaben mit Bedienungsanleitung.
Rockaxe 27.06.2011
4. Schön und gut
Zitat von KunstbanauseIch habe dieses grandiose Buch gelesen - und für die Magazine noisyNeighbours (März-Heft #32) und multimania (ebenfalls Märzheft) rezensieren dürfen. Die Rezension passt sehr gut zum Buch. Man muss es allerdings gelesen haben, um das festzustellen. Sowieso finde ich es angenehm, mal eine etwas andere Rezension zu lesen und nicht stets diese Inhaltsangaben mit Bedienungsanleitung.
aber was nutzt eine Rezension wenn sie eben *nicht* Appetit auf das Werk verbreitet? Wäre eine gewisse Inhaltsangabe vorhanden gewesen, wüsste man ja, ob dies ein Buch ist welches man sich prizipiell zu Gemüte führen würde oder nicht, aber so.
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