Kinderbücher: Lindgren-Preis an Wiener Autorin und New Yorker Illustrator

Die österreichische Schriftstellerin Christine Nöstlinger und der New Yorker Illustrator Maurice Sendak werden mit dem ersten Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis geehrt. Die mit 540.000 Euro dotierte Auszeichnung soll zum größten Kinderbuchpreis der Welt werden.

Autorin Nöstlinger: "Scharfsinniger Ernst und stille Wärme"
AP

Autorin Nöstlinger: "Scharfsinniger Ernst und stille Wärme"

Vimmerby - Die schwedische Regierung hatte den mit 5 Millionen Kronen (540.000 Euro) dotierten Preis zum Andenken an die Anfang vergangenen Jahres im Alter von 94 Jahren gestorbene Autorin von "Pippi Langstrumpf" und vielen weiteren Kinderbuchklassikern gestiftet. Die Jury teilte ihre Entscheidung am Dienstag in Lindgrens Geburtsstadt Vimmerby mit.

In der Begründung für die Zuerkennung des Preises an Nöstlinger heißt es über die 66 Jahre Jahre alte Wienerin: "Sie ist eine wahre Nichterzieherin vom Kaliber Astrid Lindgrens. Ihre vielseitige und äußerst engagierte Tätigkeit als Schriftstellerin ist geprägt von respektlosem Humor, scharfsinnigem Ernst und stiller Wärme" Zudem stehe sie "vorbehaltlos auf der Seite der Kinder und Außenseiter." Seit der Veröffentlichung ihres ersten Kinderbuches "Die feuerrote Frederike" (1970) hat Nöstlinger viele Preise, darunter den deutschen Jugendbuchpreis, den österreichischen Kinderbuchpreis und die Hans-Christian-Andersen-Medaille erhalten.

Der 74-jährige New Yorker Illustrator und Kinderbuchautor Maurice Sendak wurde von der schwedischen Jury als "Portalfigur des modernen Bilderbuchs" ausgezeichnet. In der Begründung hieß es weiter: "Wie kein anderer hat er die einzigartigen Erzählmöglichkeiten des Bilderbuchs entwickelt". Sendak sei "einer der mutigsten Erforscher der geheimsten Winkel der Kindheit - zur Freude immer neuer Leser". Als herausragender Erfolg gilt Sendaks Buch "Wo die wilden Kerle wohnen". Den beiden Autoren wird die Auszeichnung am 4. Juni in Stockholm überreicht.

Die Lindgren-Ehrung soll künftig alljährlich als "größter Kinderbuchpreis der Welt" vergeben werden, wie es in einer Mitteilung des schwedischen Kulturrates heißt. Vom nächsten Jahr an können auch Vorschläge aus der Öffentlichkeit eingereicht werden. Bei der ersten Vergabe behandelte die Jury aus Zeitgründen lediglich eigene Nominierungen.

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