Kinderbuchtipps zu Ostern So wissen Sie, wie der Hase läuft

Immer nur dieselbe alte Hasengeschichte? Laaangweilig! Sie wollen Ihrem Kind eine Lesefreude machen, ohne in Klischees zu tappen? Hier sind die besten Kinderbücher zum Osterfest.

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Der Osterhase
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Der Osterhase


Von Hasen, Kaninchen und Hühnern

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Kinderbücher zu Ostern: "Hasenfest und Hühnerhof" und "Otto findet was"

Wenn die Supermarktregale dichter besiedelt sind mit Hasen und Kaninchen als die öffentlichen Parks, dann ist bald Ostern. Und so stellen sich für Eltern und weitere Verwandte und Freunde der Familie zwei Fragen: Können wir nicht mal Schluss machen mit der Osterhasengeschichte, an die unsere Kinder sowieso nicht mehr glauben? Und was kann man ihnen zu Ostern schenken?

"Hasenfest und Hühnerhof" der Biologin Eva Sixt ist eine Antwort auf beide Fragen, denn es ist ein Sachbuch über Hasen und Kaninchen und über Hühner. Da erfährt man, dass der Feldhase mit seinem weißen Schwänzchen Artgenossen Gefahr signalisieren kann und was der Unterschied zwischen Öko-Eiern und Käfig-Eiern ist. Das Buch ist hübsch naturalistisch illustriert und wirklich informativ, wenn auch Eltern jüngeren Kindern hier oder da den manchmal zu wissenschaftlichen Text erläutern müssen (das Ohr als "Schalltrichter").

Für kleinere Kinder ist die skurril-lustige Geschichte "Otto findet was" von Fred Paronuzzi (Text) und Andrée Prigent (Illustration) gedacht: Otto ist ein Mistkäfer, und er findet ein Ei, oder, besser gesagt, er findet etwas, das er für ein Ei hält. Weil er ein fürsorglicher Mistkäfer ist, sucht er nun den Besitzer des Eis, der es doch warm halten und ausbrüten muss. Also rollt er es durch den Wald, aber keine Spur von den Eltern. Bis der Mistkäfer beim Golfplatz angelangt ist...

Das expressiv und in wenigen Farbtönen illustrierte Buch funktioniert nach der Dramaturgie des Klassikers "Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat", aber egal: Lieber gut abgeschaut als schlecht neu erfunden.

Von großen und kleinen Löwen

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Kinderbücher zu Ostern: "Der große kleine Löwe" und "Der Löwe in dir"

Das kleine Kind fühlt sich klein und schwach und wäre so gerne auch groß und stark - dieses Ur-Motiv ist ein Dauerbrenner bei Bilderbüchern. In diesem Frühjahr kommen zwei neue Werke dazu, und beide drehen sich um Löwen. "Der Löwe in dir" der Briten Rachel Bright (Text) und Jim Field (Illustration) ist die in Reimen erzählte Geschichte einer Maus, die dauernd übersehen wird. Zebra und Elefant treten ihren Schwanz wund, und niemand hört ihr Fiepen.

Eines Nachts hat sie einen Einfall: Sie möchte sich vom Löwen zeigen lassen, wie man eindrucksvoll "roarrr" brüllt. Womit sie aber in ihrem kühnen Traum nicht gerechnet hat, ist, dass der Löwe Angst vor Mäusen hat. Große, ausdrucks- und farbenstarke Bilder, mal als Nahaufnahme, mal als Totale, und ein niedlicher, aber nicht zu niedlicher Protagonist machen das Bilderbuch zu einem schönen Vorlese-Erlebnis. Zu einem fast schon Ausnahme-Buch macht es die Tatsache, dass es mal nicht in Litauen oder Lettland gedruckt wurde, sondern in Deutschland, und dass es mit Farben auf Pflanzenölbasis und lösungsmittelfreiem Klebstoff hergestellt ist.

Der kleine Löwe in "Der große kleine Löwe" wird zwar irgendwann mal laut brüllen können, aber jetzt ist er eben noch viel kleiner als die anderen. Vor allem kleiner als Leopard, Nilpferd und Krokodil, die ihn dauernd auslachen. "Löwe, Löwe, du bist so klein, du könntest ja ein Mäuslein sein!", rufen sie ihm hinterher, und da fühlt der Löwe sich nicht nur klein, sondern winzig. Doch dann kommt ihm der Rabe zu Hilfe, und er hat - klar, er ist ja ein weiser Vogel - eine schlaue Idee. Liebevoll erzählt und gezeichnet ist das Buch von Hildegard Müller, es hat eine fröhliche und leicht poetische Pointe, und vor allem: Es versteht kleine Kinder einfach, statt sie offensiv pädagogisch zu belehren.

Von Malern und vom Selbermalen

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Kinderbücher zu Ostern: "Oh Schreck, das Krokodil ist weg!", "Das Wimmelbilder-Malbuch" und "Weck den Picasso in dir"

Wenn von einer Serie zwei verschiedene Spin-offs gemacht werden, dann muss die Serie schon ein ziemlicher Erfolg sein. Bei Bilderbüchern ist das vermutlich nicht anders. Nach vier großartigen Wimmelbüchern bringen die Illustratoren Doro Göbel und Peter Knorr nun als Spin-off Nummer eins das Bilderbuch "Oh Schreck, das Krokodil ist weg" auf den Markt. Darin wird die Variante einer Nebengeschichte aus dem Wimmelbuch "Der Ausflug" erzählt: Paul und Tom setzen ihr aufblasbares Krokodil dieses Mal nicht in einem Bach, sondern im Zoo aus, wo es von den Tieren von Gehege zu Gehege geschleudert wird. Wie immer sind die Zeichnungen fröhlich-dynamisch, wie immer in den Werken des Duos gibt es viele lustige Szenen - wenn natürlich auch nicht so viele wie bei ihren überbordenden Wimmelbüchern.

Spin-Off Nummer zwei ist "Das Wimmelbilder-Malbuch" mit Details oder Ausschnitten aus den verschiedenen Wimmelbüchern, die man nun nach eigenem Geschmack kolorieren kann. Da gibt es die Party aus "Der Ausflug", dann Onkel Willi, der in mehreren Büchern mit Essen beschäftigt ist, die Elefanten aus "Der Zirkus" und Blumen zum Weitermalen aus dem Berufe-Wimmelbuch. Für jene, die die Werke von Göbel und Knorr kennen, ist das Ausmalbuch ein schönes Wiedersehen mit alten Bekannten, und für alle anderen ein bunter Einstieg in die Wimmelwelt.

Für deutlich ältere Kinder, die gerne malen und sich für Künstler interessieren, ist "Weck den Picasso in dir" von Hannah Rollings konzipiert. In diesem Malbuch gibt es auf jeder Seite angefangene Bilder und das Zitat eines berühmten Künstlers, und beides zusammen soll zu einer eigenen Interpretation inspirieren. "Jedes Kind ist ein Künstler", wird dort Picasso zitiert, "das Problem besteht darin, Künstler zu bleiben, wenn man erwachsen wird." Wer sich also nicht einschüchtern lässt von den klugen Sprüchen, sondern naiv drauflos malt, wird viel Spaß haben an dem Buch.

Von Beeten und vom Backen

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Kinderbücher zu Ostern: "Lass uns was backen"

Aus Schweden kommen zwei gelungene Bücher mit Rezepten, die sich an Kinder richten. "Mein kleines Gartenbeet. Säen, ernten, essen" von Bella Linde und Vanja Sandgren ist eine Kombination aus Anleitung zum Gärtnern und Anleitung zum Kochen des Geernteten. Da erfährt man, dass man Strauchtomaten nicht ausgeizen muss und dass man Erdbeeren auch im Topf auf dem Balkon wachsen lassen kann. Dazu gibt es Zeichnungen, hübsche Fotos und schöne, simple Rezepte, zum Beispiel für Erdbeermarmelade ohne Gelierzucker. Die allerdings muss man einfrieren, damit sie nicht schimmelt.

Für Backanfänger, die am besten schon selber lesen können, ist das wunderhübsche Buch "Lass uns was backen" von Clara Lidström und Anakarin Nyberg (Illustrationen: Katy Kimbell und Li Söderberg) geeignet. Sehr einfache, aber effiziente Rezepte sind mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen illustriert, die fertigen Kekse und Kuchen sind geschmacklich für Kinder konzipiert und auch für Eltern hübsch anzusehen. An kritischen Stellen heißt es vorsorglich: "Bitte einen Erwachsenen um Hilfe!", um beispielsweise Unfälle beim Herausnehmen heißer Backbleche zu vermeiden. Alle Rezepte bestehen aus Allerweltszutaten, die Ergebnisse werden jedoch fantasievoll und stilsicher präsentiert: Cheesecake im Glas oder Schokokuchen in der Tasse. Auch optisch ein Genuss!

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insgesamt 2 Beiträge
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Fredie 19.03.2016
1. Ein weiterer Tipp
Mein Sohn hatte im Januar Mango, die kleine rosa Raupe als Schullektüre und war davon begeistert. Kann ich wärmstens empfehlen.
pippipankau 19.03.2016
2. wahrheit
kinder sollten wohl eher mal die wahrheit sehen in ihren ach-so-niedlichen kinderbüchern... dass das suße lämmchen getötet werden und zu ostern gefressen werden... dass der osterhase das gleiche schicksal hat... und WARUM: weil ihre eltern gefühllos und dumm sind (hunger in der welt, regenwald, co2, gesundheit, qual...)
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