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20. August 2013, 18:08 Uhr

"Bester Krimi-Autor aller Zeiten"

Elmore Leonard ist tot

"Out Of Sight", "Schnappt Shorty" und "Jackie Brown": Elmore Leonards Romane gaben die Vorlage zu zahlreichen Kinohits ab. Die "New York Times" nannte ihn den "vielleicht besten Krimi-Autor aller Zeiten". Jetzt ist der Schriftsteller im Alter von 87 Jahren gestorben.

Für den Schriftsteller Elmore Leonard fanden die Kritiker in den USA höchste Lobesworte: "Amerikas Krimi-Meister" wurde er genannt, "Dickens aus Detroit" und "nationales Kulturgut". "Der beste Krimi-Autor der Gegenwart", schrieb die "New York Times", "vielleicht der beste aller Zeiten." In Deutschland galt er lange Zeit bestenfalls als "Kult-Krimi-Autor". Doch das änderte sich in den vergangenen Jahren, spätestens mit den erfolgreichen Verfilmungen seiner Romane.

1925 in New Orleans geboren, zog der Sohn eines General-Motors-Arbeiters 1934 in die Autometropole Detroit. Dort studierte Elmore Leonard Englisch und Philosophie und schrieb derweil Kurzgeschichten. Er arbeitete in einer Werbeagentur und spezialisierte sich in seinen literarischen Versuchen auf das Western-Genre.

Ein Western war es auch, der ihm den ersten kommerziellen Durchbruch als Autor einbrachte. Den Roman "Hombre" (1961) konnte er an Hollywood verkaufen, die Verfilmung war ein Erfolg (deutscher Titel: "Man nannte ihn Hombre").

Als das Western-Genre an Bedeutung verlor, wechselte Leonard 1969 ins Krimi-Fach. Im Laufe der siebziger Jahre präzisierte er mehr und mehr seinen bis heute gerühmten Stil, doch sollte es noch bis 1985 dauern, ehe er mit "Glitz" einen ersten Bestseller veröffentlichte. Kurz zuvor hatte die "New York Times" geschrieben: "Nach 23 Romanen wurde ein Autor entdeckt."

Im Mittelpunkt von Leonards Kriminalromanen stand weniger das Verbrechen oder die Aufklärung und die Suche nach dem Täter. Prägend war vielmehr die Beschreibung spezieller Milieus. Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren kehrte er dabei nicht immer wieder in bestimmte, ihm vertraute soziale Nischen zurück, sondern schilderte immer wieder neue Bereiche der Gesellschaft.

Viele seiner Bücher wurden verfilmt, darunter "Schnappt Shorty" mit John Travolta, "Out of Sight" mit George Clooney und "Jackie Brown" von Quentin Tarantino. Zuletzt erschienen auf Deutsch die Romane "Road Dogs" und "Raylan".

Elmore Leonard schrieb gerade an seinem 46. Buch, als er Anfang August 2013 einen Schlaganfall erlitt. Von diesem erholte sich er nicht mehr: Der große Krimi-Autor starb nach Angaben auf seiner Website am Dienstagmorgen (Ortszeit) im Kreise seiner Familie in Detroit. Leonard wurde 87 Jahre alt.

feb/dpa/AP/Reuters

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