"Literarisches Quartett" Iris Radisch ersetzt Sigrid Löffler

Iris Radisch wird neues Mitglied beim ZDF-Büchermagazin "Das Literarische Quartett". Die Literaturkritikerin der "Zeit" wird schon an der nächsten Sendung am 18. August teilnehmen.


Iris Radisch: Neue "Qual" für Reich-Ranicki?
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Iris Radisch: Neue "Qual" für Reich-Ranicki?

Mainz - Eine schnelle Entscheidung: Wie das ZDF am Dienstag bekannt gab, ersetzt nun "Zeit"-Kritikerin Iris Radisch die Journalistin Sigrid Löffler, die am Freitag wegen Streitigkeiten mit Marcel Reich-Ranicki nach 13 Jahren ihren sofortigen Rückzug aus der Bücher-Talkshow erklärt hatte. Ihre Nachfolgerin Radisch wird schon in der nächsten Folge der erfolgreichen Sendung am 18. August neben Reich-Ranicki und Hellmuth Karasek Platz nehmen. Als Gast dieser Folge ist die Autorin Elke Heidenreich vorgesehen.

Die 41-jährige Radisch, Mutter zweier Kinder, will der ZDF-Traditionssendung "zu neuen Höhen" verhelfen. "Es ist schade, dass das Quartett in eine Krise geraten ist", sagte sie. "Es handelt sich dabei um die einzige Sendung, in der populär über anspruchsvolle Literatur geredet wird. Wir werden uns wieder auf das Thema Bücher konzentrieren." Angst vor der Dominanz eines Marcel Reich-Ranicki habe sie nicht, da sie bereits seit zehn Jahren Literaturkritikerin sei. Sie fühle sich unbelastet und stehe zu ihm in keinem "Abhängigkeitsverhältnis", da sie nie Kontakt zu dem 80-Jährigen gehabt habe.

Ein Urteil hat die Kritikerin über Deutschlands "Literaturpapst" aber schon abgeben. Iris Radisch rezensierte Reich-Ranickis Bestseller-Autobiografie "Mein Leben". Jedoch: "Meine Kritik war vollkommen ausgewogen", sagte Radisch. "In ihr kamen Pros und Contras vor."

Die Entscheidung über die Verpflichtung der gebürtigen Berlinerin für das "Literarische Quartett" war in einer Telefonkonferenz zwischen den beiden verbliebenen Moderatoren und den ZDF- Verantwortlichen am Dienstagmorgen gefallen. Bereits am Vorabend hatten sich die Beteiligten darauf verständigt, die Büchersendung auch im nächsten Jahr fortzusetzen. Dabei herrschte Übereinstimmung, auch künftig ein Quartett inklusive Gast und kein Trio aufzubieten. Innerhalb der Redaktion bestand jedoch lange die Meinung, die Sendung ohne Löffler besser einzustellen.

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