Literatur "Der Augsburger Kreidekreis"

Mit der Veranstaltungsreihe "Berthold Brecht - Die Nachgeborenen" ehrt die Stadt Augsburg im nächsten Jahr den Dichter Berthold Brecht. Der hatte zeitlebens ein gespaltenes Verhältnis zu seiner Heimatstadt.


Berthold Brecht: tat sich mit seiner Heimatstadt Augsburg schwer
AP

Berthold Brecht: tat sich mit seiner Heimatstadt Augsburg schwer

Augsburg - Der Dichter Bertolt Brecht (1898-1956) steht im Zentrum einer Veranstaltungsreihe seiner Geburtsstadt Augsburg. Vom 15. Januar bis zum 21. Februar finden an verschiedenen Orten Augsburgs unter anderem Ausstellungen, Aufführungen, Lesungen und Vorträge statt, teilte die Stadt am Montag mit.

Den Abschluss der Reihe "Bertolt Brecht - Die Nachgeborenen" mit rund 40 Veranstaltungen bildet ein dreitägiges Literaturfest mit Beiträgen zeitgenössischer Schriftsteller. Podiumsgespräche sollen dabei Brechts Verhältnis zu Frauen, kritisches Schreiben und die Lyrik beleuchten.

Zum Auftakt der Reihe will der Autor Robert Gernhardt den Versuch unternehmen, den vielen bereits bekannten Brecht-Bildern ein weiteres hinzuzufügen und ihn unter dem Titel "Brecht lesen und lachen" als großen komischen Dichter präsentieren. Außerdem wird der mit 15.000 Euro dotierte Bertolt-Brecht-Literaturpreis an den österreichischen Schriftsteller Christoph Ransmayr verliehen.

Eine Fotoausstellung zeigt Bilder des jungen Brecht, der seine Kindheit und Jugend in Augsburg verbracht hat. Anknüpfend an Brechts "Flüchtlingsgespräche" werden diverse Autoren Vorträge über Auswanderung, Exil oder Flucht halten.

Brecht hatte zeitlebens ein gespaltenes Verhältnis zu seiner Geburtsstadt. Dies und sein Leben sollen bei einem Spaziergang auf den Spuren des großen Literaten erörtert werden. Trotz Krieg und Nachkriegszeit sei das Augsburg des jungen Brecht nicht gänzlich verschwunden und das Zeitgeschehen vor 100 Jahren auch heute noch nachvollziehbar, hieß es. Im Rahmen der Veranstaltunge werden Schüler der Bertolt-Brecht-Realschule ein Marionettenstück nach Brechts "Der Augsburger Kreidekreis" aufführen.

Zu den eingeladenen Autoren zählen unter anderem PEN-Präsident Johano Strasser, Rolf Hochhuth, Hamid Skif, Franznobel und Ilma Rakusa.



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