Literatur Jorge Amado ist tot

Einer der bekanntesten Schriftsteller Lateinamerikas, Jorge Amado, ist gestorben. Im brasilianischen Bundesstaat Bahía, wo der 88-Jährige geboren war und zuletzt gelebt hatte, wurde eine dreitägige Trauerzeit angeordnet.


Jorge Amado: Literatur wie "Zimt und Nelken"
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Jorge Amado: Literatur wie "Zimt und Nelken"

Rio de Janeiro - Jorge Amado, der mehrmals im Gespräch für den Literatur-Nobelpreis gewesen war, starb am Montag im Alter von 88 Jahren an Herzkreislaufversagen im Krankenhaus in Salvador de Bahía. Amado galt als einer der größten Schriftsteller Lateinamerikas. Viele Brasilianer reagierten auf die Nachricht seines Todes mit tiefer Trauer. Der brasilianische Präsident Fernando Henrique Cardoso würdigte Amado als einen "Schöpfer, der den Mut hatte, Brasilien in seinen echten Farben zu malen". Er hinterlasse ein Erbe, auf das "wir alle stolz sind". Der Gouverneur des Bundesstaates Bahía ordnete eine dreitägige Trauer an.

Amado war bereits seit längerer Zeit krank gewesen. Nach einer Herzoperation 1997 hatte sich sein Zustand stetig verschlechtert. Neben Herz- und Atemproblemen, einer Störung der Leberfunktion und Depressionen litt der Autor auch darunter, dass sein Augenlicht immer schwächer wurde und er kaum noch lesen konnte.

Anna Seghers nannte Amado einen "brasilianischen Balzac". Thema seiner Werke war stets Brasilien, die Frauen und das einfache Leben in den Tropen. Zu seinen berühmtesten Werken, die auch ins Deutsche übersetzt wurden, gehörten die Romane "Gabriela wie Zimt und Nelken", "Dona Flor und ihre zwei Ehemänner" und "Das Verschwinden der heiligen Barbara". Seine Geschichten, viele davon internationale Bestseller, wurden in 50 Sprachen übersetzt, einige davon verfilmt.

Der Schriftsteller lebte zuletzt in Salvador de Bahía mit seiner Ehefrau Zélia Gattai, 85, mit der er seit mehr als einem halben Jahrhundert verheiratet war.



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