Literatur-Wahl "Don Quijote" ist bestes Buch der Welt

Alter schützt vor Berühmtheit nicht. Hundert Autoren wählten Miguel de Cervantes' "Don Quijote" zum besten Buch der Welt. Der Schelmenroman über den Ritter und seinen Kampf gegen Windmühlen wurde vor fast vierhundert Jahren geschrieben.


Don Quijote: Sein Kampf gegen Windmühlen machte Cervantes' Figur legendär

Don Quijote: Sein Kampf gegen Windmühlen machte Cervantes' Figur legendär

Der Roman konnte eine klare Mehrheit auf sich vereinen: "Don Quijote" erhielt 50 Prozent mehr Stimmen als die Nummer zwei, Gustave Flauberts Roman "Madame Bovary" aus dem Jahre 1857. Organisiert wurde die Abstimmung vom Osloer Nobelinstitut und norwegischen Buchclubs.

Unter den Autoren, die jeweils zehn Titel angeben konnten, waren unter anderem die Literatur-Nobelpreisträger V. S. Naipaul (Großbritannien), Wole Soyinka (Nigeria), Nadine Gordimer (Südafrika) und Seamus Heany (Irland). Zur Reihe der deutschsprachigen Autoren gehörten Siegfried Lenz, Hans Magnus Enzensberger, Christoph Hein, Herta Müller und Christa Wolf. An der Abstimmung beteiligten sich unter anderem auch Paul Auster (USA), John le Carré (Großbritannien), Cees Nooteboom (Niederlande), Susan Sontag (USA) und Milan Kundera (Tschechien/Frankreich).

Die 100 Bücher mit den meisten Nennungen wurden in einer "Weltbibliothek" zusammengetragen. Franz Kafka ist mit seinen Romanen "Der Prozess" und "Das Schloss" sowie seinen gesammelten Erzählungen der meistgenannte deutsche Autor auf der Liste. Ältester deutschsprachiger Autor ist Johann Wolfgang von Goethe mit "Faust I und II". Mit den "Buddenbrocks" und dem "Zauberberg" ist Thomas Mann ebenfalls zweimal vertreten. Mit auf der Liste sind auch Alfred Döblin mit "Berlin Alexanderplatz", Paul Celan mit seinen Gedichten, Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften" und Günter Grass' "Blechtrommel".

Spitzenreiter auf der Liste ist der russische Schriftsteller Fjodor M. Dostojewski mit vier Werken, "Schuld und Sühne", "Der Idiot", "Die Brüder Karamasow" und "Die Dämonen". Dreimal ist William Shakespeare dabei, und zwar mit "Hamlet", "König Lear" und "Othello". Das Kinderbuch "Pippi Langstrumpf" der Anfang des Jahres verstorbenen Astrid Lindgren ist genauso Teil der Liste wie Hans Christian Andersen mit seinen Kunstmärchen. Auch die orientalische Märchensammlung "Tausendundeine Nacht" findet sich unter den hundert bedeutendsten Werken der Weltliteratur.



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