Skandal um Schwedische Akademie Auch Kronprinzessin Victoria soll sexuell belästigt worden sein

Die Affäre um die Schwedische Akademie sorgt in dem skandinavischen Land für erhebliche Unruhe. Laut einem Zeitungsbericht zählt auch Kronprinzessin Victoria zu den Opfern sexueller Belästigung.

Schwedens Kronprinzessin Victoria
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Schwedens Kronprinzessin Victoria


Seit Wochen wird die Schwedische Akademie von einem Korruptions- und Belästigungsskandal erschüttert. Für erhebliche Aufregung in Schweden sorgte jetzt ein Bericht der Tageszeitung "Svenska Dagbladet" mit neuen Details zu der Affäre. Demnach soll auch Kronprinzessin Victoria zu den Frauen gehören, die von einem Mann aus dem Umfeld der Schwedischen Akademie sexuell belästigt worden sein sollen. Er soll der Kronprinzessin an den Po gefasst haben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf drei nicht näher genannte Quellen.

Bei dem Mann handelt es sich um Jean-Claude Arnault, dessen Ehefrau Katarina Frostenson der Schwedischen Akademie angehört - dem Gremium, das über den Literaturnobelpreis entscheidet.

Im November 2017 hatten 18 Frauen den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gegen Arnault öffentlich gemacht. Berichten schwedischer Medien zufolge wird wegen der Affäre derzeit sogar erwogen, die Vergabe des Literaturnobelpreises um ein Jahr zu verschieben. Entschieden sei das aber noch nicht.

Die Jury für den Literaturnobelpreis verlor jetzt ein weiteres Mitglied. Die Journalistin und Schriftstellerin Sara Stridsberg habe entschieden, ihre Arbeit niederzulegen, teilte die Akademie am Samstag mit. Damit sind von den ehemals 18 nur noch 10 Mitglieder aktiv.

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Weil sie nicht damit einverstanden waren, wie die Akademie mit den Vorwürfen umging, legten mehrere Mitglieder ihre Arbeit nieder oder verließen die Akademie inzwischen ganz.

Im Zuge der Affäre musste Sara Danius, die der Akademie seit 2015 vorsaß, ihren Posten räumen.

Die Akademie steht zudem wegen möglicher Wirtschaftsverbrechen im Fokus der Strafbehörden. Die Behörde für Wirtschaftsdelikte habe Untersuchungen eingeleitet, teilte Chefermittler Jan Tibbling am Freitag mit. Nähere Details nannte er unter Berufung auf Diskretionsregeln nicht. Seine Behörde beschäftigt sich aber generell mit Steuerhinterziehung und ähnlichen Delikten.

Der Dichterin Katarina Frostenson werden Verstöße gegen Transparenzregeln vorgeworfen. Sie soll verschwiegen haben, Mitinhaberin einer von ihrem Mann geführten Veranstaltungsbühne zu sein, die einst Fördermittel von der Akademie erhielt.

lov/dpa

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