Gabriel García Márquez: Literaturnobelpreisträger leidet an Demenz

Kann er noch sprechen? Liegt er im Sterben? Spekuliert wird über den Gesundheitszustand von Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez schon länger. Jetzt äußerte sich erstmals sein Bruder: Der Schriftsteller ist demenzkrank.

Gabriel García Márquez (2011): Der Schriftsteller hat Probleme mit dem Gedächtnis Zur Großansicht
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Gabriel García Márquez (2011): Der Schriftsteller hat Probleme mit dem Gedächtnis

Bogotá/Frankfurt am Main - Er gehört zu den bekanntesten lateinamerikanischen Schriftstellern und wird wohl nie wieder schreiben können: Der Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez, 85, leidet an Demenz. "Er hat einige Probleme mit dem Gedächtnis", sagte sein Bruder Jaime García Márquez nach Angaben der Zeitung "El Tiempo" bei einer Konferenz im kolumbianischen Cartagena.

In seiner Familie sei Altersdemenz sehr verbreitet, sagte Jaime García Márquez, auch er selbst habe kleinere Probleme - doch die seines Bruders seien viel größer. Vermutlich hätten eine Krebserkrankung und die Chemotherapie 1999 den Prozess beschleunigt. Dennoch sei der Gesundheitszustand des Schriftstellers befriedigend. Körperlich gehe es ihm gut, er liege nicht im Sterben, wie manch einer munkelte, und er könne auch noch sprechen: Sein Bruder rufe ihn fast täglich an, um im Gespräch "seine Erinnerungen aufzufrischen". "Er hat immer noch Humor, Freude und Enthusiasmus, was er immer hatte", zitiert die britische BBC seinen Bruder.

Über den Gesundheitszustand von Gabriel García Márquez wird seit langem spekuliert, seit Jahren hat er nichts mehr publiziert. Es sei vorher nicht über seine Altersdemenz gesprochen worden, sagte sein Bruder nun, weil er sein privates Leben immer vor der Öffentlichkeit abschirmen wollte.

Gabriel García Márquez, kurz Gabo, wie er allgemein genannt wird, ist Kolumbianer und lebt heute in Mexiko City. Er schrieb Werke wie "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" und "Hundert Jahre Einsamkeit". 1982 bekam er den Literaturnobelpreis. Ob noch neue Werke zu erwarten seien, fragte ein Teilnehmer bei der Konferenz den Bruder: "Leider werden wir hierzu keine Gelegenheit mehr haben."

fln/dpa/dapd

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