Literaturnobelpreisträger Günter Grass veröffentlicht "Die Box"

Jetzt ist er wieder am Drücker: Deutschlands berühmtester Autor legt einen neuen Erzähltext vor. Darin spielt eine Fotokamera eine entscheidende Rolle. Ab Ende August können sich Leser und Kritik selbst ein Bild machen.


Lübeck/Göttingen - 260 Seiten dick soll es sein, das neue Buch von Günter Grass, 80. Es umfasst den Zeitraum Ende der fünfziger Jahre bis Erscheinen des Romans "Ein weites Feld" (1995), heißt es aus dem Verlag. Bei einer nichtöffentlichen Buchhändlerlesung in Göttingen seien die ersten beiden Kapitel erstmals vorgestellt worden.

"Die Box" sei zudem keine klassische Autobiografie, vielmehr berichteten acht Kinder über ihren Vater, wie aus der Vorschau des Verlags hervorgeht. Der Titel des Buchs, das der verstorbenen Fotografin Maria Rama gewidmet ist, bezieht sich auf eine Kamera, die im Zweiten Weltkrieg einen Bombenangriff überstanden hat und seitdem verrückt spielt.

Zitat Verlagsvorschau: "Eigentlich ist es eine altmodische Kastenkamera, wie man sie früher Jugendlichen zum Geburtstag schenkte. Aber mit der Agfa-Box der alten Marie hat es etwas Besonderes auf sich: Seit sie in Berlin Krieg und Feuerstürme überdauert hat, blickt sie vorwärts und rückwärts."

Grass schreibe in diesem Buch, das durch die Optik der Spezial- Kamera eine zweite Erzählebene und eine unerwartete Perspektive gewinne, seine Autobiografie fort, erläutert der Verlag. Zugleich habe Grass damit der Fotografin und Freundin Maria Rama, die ihn und seine Familie seit Mitte der fünfziger Jahre bis zu ihrem Tod 1997 begleitete, "ein heiteres Denkmal" gesetzt.

2006 war Grass' letztes Buch erschienen, das einen Skandal auslöste: In dem autobiografischen Text "Beim Häuten der Zwiebel" erklärte der Autor, als junger Mann in der Waffen-SS gewesen zu sein.

dan/dpa



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