Literaturnobelpreisträgerin Alexijewitsch "Ich habe Angst vor dem russischen Nationalismus"

Nationalismus als Vorstufe zu Faschismus: Die weißrussische Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch warnt vor dem russischen Nationalstolz. Die europäischen Sanktionen gegen Russland halte sie für falsch.

REUTERS

Die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch hat sich beunruhigt über die Wiederkehr des russischen Nationalismus geäußert. "Davor habe ich Angst", sagte die weißrussische Schriftstellerin der Nachrichtenagentur AFP. "Wir wissen alle, dass jeder Nationalismus zum Faschismus führt."

Die 67-Jährige, die im Dezember den Literaturnobelpreis in Stockholm erhalten wird, äußerte zudem Zweifel, dass die vom Westen nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim verhängten Sanktionen der richtige Weg seien.

"Die Sanktionen treffen die Wirtschaft und schwächen die Macht der Diktatur. Doch zugleich helfen sie, das Volk zu einen", sagte Alexijewitsch. "Sie schaffen ein Bild des Feindes: Europa ist ein Feind, die USA sind ein Feind, und das Ergebnis ist, dass die Nation sich um einen Führer schart, um einen Diktator."

Alexijewitsch glaubt, dass der Weg zur Demokratie nach einem halben Jahrhundert des Kommunismus noch lang sei: "In den Neunzigerjahren, nachdem wir die Perestroika begonnen hatten, hofften wir, dass die Demokratie rasch kommen würde. Doch wir waren romantisch, naiv."

kae/afp

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insgesamt 7 Beiträge
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micha-mille 10.11.2015
1. In der Tat
Ich halte den aufkeimenden übertriebenen Nationalismus jeglicher Färbung für eine Geißel dieser Zeit. Und leider ist das derzeitige Russland unter seiner Regierung ein Musterbeispiel dafür. Ob man deswegen die berechtigten Sanktionen aufheben sollte, halte ich für wenig realistisch. Man kann nicht "business as usual" machen, solange die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Ob es nicht auch anderen Ländern ggü. Sanktionen geben sollte (S-Arabien z.B.), steht auf einem anderen Blatt Papier.
ernesto79274 10.11.2015
2. allein die
Überschrift ist Propaganda hoch 10. Da will nun wirklich keine mehr weiter lesen.
micha-mille 10.11.2015
3.
Zitat von ernesto79274Überschrift ist Propaganda hoch 10. Da will nun wirklich keine mehr weiter lesen.
Dann nutzen Sie die Zeit. Gehen Sie raus, atmen frische Luft, und verschwenden nicht ihre Zeit Artikel zu kommentieren, die Sie nicht interessieren. :-)
suelzer 10.11.2015
4.
Frau A. ist eine von westlichen Geld korrumpiert Autorin, die Unwahrheiten verbreitet. Ich würde ihr zustimmen, wenn sie sagen würde: Faschismus ist die aggressivste Form kapitalistischer Herrschaft.
batmanmk 10.11.2015
5. Wie recht Sie (teilweise) hat
Noch effektiver könnte man die russische Regierung nur noch durch EU-Einreiseverbote für Oligarchen und die Beschlagnahmung ihres Vermögens unterstützen. Wer von den 10% der Meinung war, dass Putin nicht das Richtige tut, wird spätestens dann im Brustton davon überzeugt werden. Übrigens: Der US-amerikanische Exzeptionalismus zählt viel mehr zum Nationalismus als jegliche Paraden zu Ehren der Toten des II. WK. https://en.wikipedia.org/wiki/American_exceptionalism
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